3. August 2012 · Quelle: iNFORiOT

NW Berlin goes Brandenburg?

Brandenburg - Unangemeldeter Aufmarsch in Hennigsdorf / Serie rechter Drohungen im Landkreis Oder-Spree mit Bezug auf militante Berliner Neonazigruppe

INFORIOT Ein nächtlich­er und unangemelde­ter Fack­el­marsch von mask­ierten Neon­azis in Hen­nigs­dorf am Woch­enende hat in den let­zten Tagen für einige medi­ale Aufmerk­samkeit gesorgt. Eine einige Dutzend Per­so­n­en starke Gruppe von Recht­en war aus Anlass des 99. Geburt­stags von SS-Kriegsver­brech­er Erich Priebke durch die Stadt gezo­gen. Im Woch­enend­magazin des “Oranien­burg­er Gen­er­alanzeigers” hat­te ein “Fre­un­deskreis aus Ober­hav­el / Vel­ten” zudem einen Geburt­stags­gruß als Anzeige platziert. Die Polizei stellte die Per­son­alien von eini­gen Neon­azis fest und sucht momen­tan nach weit­eren Beteiligten.

Maßge­bliche Kraft hin­ter dem Aufzug, der stilis­tisch an die Aktio­nen der jüngst ver­bote­nen Bran­den­burg­er Nazi­gruppe um die “Spreelichter” anknüpft, war offen­sichtlich der “Nationale Wider­stand Berlin” (NW Berlin). Diese mil­i­tante Kam­er­ad­schaft veröf­fentlichte auf ihrer Inter­net­seite einen Bericht über die Demon­stra­tion. In diesem Artikel wird her­aus­gestellt, dass Priebke, Jahrgang 1913, in Hen­nigs­dorf geboren wurde.

Nicht nur in Hen­nigs­dorf, son­dern auch ander­norts in Bran­den­burg taucht der­weil das Label des “NW Berlin” ver­mehrt auf. So kam es im Laufe des Juli zu drei Aktio­nen im Land­kreis Oder-Spree.

In Storkow wurde vor das Haus eines jun­gen Alter­na­tiv­en dessen Name und Wohnadresse, Kel­tenkreuze und die Losung “Game Over” gesprayt. Sig­niert wurde die Dro­hung mit “NW Berlin”. In Beeskow wiederum wur­den auf dem Vere­ins­gelände des Jugend­klubs Bumerang eben­falls Kel­tenkreuze und “NW Berlin” geschmiert. Außer­dem ging eine Glass­cheibe zu Bruch. Und auch am Park­club in Fürsten­walde wur­den Kel­tenkreuze und “NW Berlin” gesprayt. Bei­de genan­nten Klubs betreiben nicht-rechte Jugen­dar­beit.

Zu erwäh­nen ist, dass am Bumerang in Beeskow ein Schup­pen niederge­bran­nt wurde. In Storkow kam es wiederum zu mas­siv­en Dro­hun­gen und ras­sis­tis­chen Beschimp­fun­gen gegen die Teil­nehmerIn­nen eines inter­na­tionalen Camps.

Auf Inter­net­seit­en des “NW Berlin” wer­den bere­its seit län­geren Dat­en von linken Ein­rich­tun­gen in Berlin gesam­melt und veröf­fentlicht. In der Folge kam es an vie­len der gelis­teten Häuser zu Sprayere­inen, Sachbeschädi­gun­gen und Brand­s­tiftun­gen. Ein Jugend­klub des Ver­ban­des “Die Falken” in Berlin-Neukölln wurde zwei mal in Brand gesteckt. Als presserechtlich ver­ant­wortlich­er von Aufk­le­bern des “NW Berlin” trat bis in die jün­gere Ver­gan­gen­heit Sebas­t­ian Schmidtke auf. Der aus Straus­berg stam­mende Neon­azi ist inzwis­chen Lan­desvor­sitzen­der der NPD in Berlin.

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