21. März 2011 · Quelle: Ostblog

Open your eyes!

Bericht und Bilder von der Demonstration zum internationalen Antirassismustag in Oranienburg

Demo in Oranienburg 2011

Unter dem Mot­to „Open your eyes” ver­sam­melten sich am let­zten Sam­stag einige hun­dert Men­schen am Bahn­hof Oranien­burg, um gegen Ras­sis­mus und Faschis­mus zu demon­stri­eren. Seit 1997 organ­isiert ein bre­ites Bürg­er­bünd­nis von Organ­i­sa­tio­nen, Parteien und der Oranien­burg­er Antifa diese Demon­stra­tion. In diesem Jahr meldete die organ­isierte die Antifa die Demon­stra­tion allein. Das „Forum gegen Ras­sis­mus und rechte Gewalt“ beteiligte sich nicht an der Organ­isierung und rief nicht mit auf. Es organ­isierte stattdessen eine Ver­anstal­tungswoche.

Das Ergeb­nis war, dass sich die Teil­nehmerzahl dies­mal, gegen über den let­zten Jahren, hal­bierte. Knapp 350 Men­schen ver­sam­melten sich um 14 Uhr am Bahn­hof Oranien­burg, neben 300 Antifas auch etwas 50 Bürg­er . Immer­hin fan­den doch auch einige Mit­glieder den Weg zur Demon­stra­tion. Begleit­et von den üblichen Ein­satzkräften der Polizei,  sowie ein­er BFE- Ein­heit set­zte sich der Demon­stra­tionszug um 14.3o in Bewe­gung.

Demo in Oranienburg 2011

Schon nach kurz­er Zeit stoppte der Zug an der Kreuzung Lehnitzs­traße Ecke/ Bernauer Straße, dort gab es eine erste Zwis­chenkundge­bung. In einem Rede­beitrag wurde über die Nazistruk­turen in Oranien­burg informiert. Detail­lierte Infor­ma­tio­nen zu Neon­azis in Ober­hav­el liefert auch die neue Recherche­broschüre „Blick­punkt Nr.2 – Antifa Recherche für Ober­hav­el Süd“.

Weit­er ging es, am Schloss vor­bei, zum Land­kreisamt in der Havel­straße. Dort befind­et sich die Gedenkstätte für die Jüdis­chen Opfer der Naz­izeit. Auf dem Gelände der Havel­straße 6 stand die Syn­a­goge der Stadt Oranien­burg. Sie wurde im Novem­ber 1938 von der SA zer­stört. Danach nutzte die Bap­tis­tenge­meinde das Gebäude bis es am 6. März 1944 durch einen Angloamerikanis­chen Bombe­nan­griff endgültig zer­stört wurde.

Demo in Oranienburg 2011

Zur Erin­nerung an den Pogrom und die Zer­störung legten die Organ­isatoren der Demon­stra­tion einen Blu­men­strauß nieder und bat­en um eine Schweigeminute. In einem anschließen­der Rede­beitrag wurde über die ras­sis­tis­che Aus­län­der- und Asylpoli­tik des Land­kreis­es Oder­hav­el berichtet.

Demo in Oranienburg 2011

Als näch­stes hielt die Demon­stra­tion am KZ Oranien­burg. Das KZ Oranien­burg war eines der ersten wilden Konzen­tra­tionslager. Es wurde bere­its im März 1933 auf dem Gelände ein­er ehe­ma­li­gen Brauerei von der Oranien­burg­er SA ein­gerichtet. Die SA internierte dort haupt­säch­lich poli­tis­che Geg­n­er, ins­ge­samt 3000 Män­ner und Frauen. 16 Men­schen wur­den von der Wach­mannschaft ermordet. Unter Ihnen der Anar­chist und Dichter Erich Müh­sam, der am 10. Juli 1934 ums Leben kam. Am 14. Juli 1934 wurde das KZ aufgelöst. Die Häftlinge wurde schon am 13 Juli in das KZ Lichtenberg/Berlin geschafft. 1936 wurde am Ort­srand von Oranien­burg das KZ Sach­sen­hausen ein­gerichtet und das KZ Oranien­burg aufgelöst. . Zu DDR-Zeit­en wurde auf dem Gelände eine Polizei­wache errichtet. Noch Heute befind­et sich dort die Polizei­hauptwache Oranien­burg. Am Rand erin­nert ein Gedenkstein an das KZ und an die Ermor­dung von Erich Müh­sam.

Demo in Oranienburg 2011

Nach­dem am Gedenkstein ein Kranz nieder gelegt wurde zog die Demon­stra­tion weit­er durch die Mit­tel­stadt. Die so genan­nte Mit­tel­stadt, ein typ­is­ches DDR-Neubauge­bi­et, ist ein Stadt­teil mit er-höhtem Nazianteil. Hier leben aber auch viele Aussiedler aus Staat­en der ehe­ma­li­gen Sow­je­tu­nion. Gegen 16 Uhr endete die Demon­stra­tion am Kul­turhaus ohne Zwis­chen­fälle.

Demo in Oranienburg 2011

Demo in Oranienburg 2011

Demo in Oranienburg 2011

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Der Flüchtlingsrat Bran­den­burg, Jugendliche ohne Gren­zen und die Flüchtlings­ber­atung des Ev. Kirchenkreis­es Oberes Havel­land kri­tisieren die Unter­bringungspoli­tik im Land­kreis Ober­hav­el.
Wohin führt der Ruck nach rechts? Am 05.06. lud die Gedenkstätte Sach­sen­hausen zur Diskus­sion darüber, wie Erin­nerungskul­tur in Zeit­en des Recht­srucks lebendig bleiben kann.
INFORIOT — Vom 30. 05.–1.06. wollen sich Rock­er der Vere­ini­gun­gen „Sons of Future / Nomads“ aus Zehdenick und der „Bur­gun­den“ aus Schwedt/Oder zu ein­er zweitäti­gen „Vatertagsver­längerung“ tre­f­fen.

Opferperspektive

Termine für Potsdam

NSUwatch Brandenburg

Termine für Berlin

Netzwerk Selbsthilfe

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot