9. Juli 2003 · Quelle: Opferperspektive

Opfer eines rassistischen Überfalls soll abgeschoben werden

Die Aus­län­der­be­hörde in Rathenow hält weit­er­hin am Ter­min für die Abschiebung von
Ora­bi Mamavi fest. Der 41-jährige Asyl­be­wer­ber aus Togo soll am 24. Juli abgeschoben
wer­den, zwei Tage nach dem Prozess gegen den recht­sradikalen Täter. 

Mamavi wurde im Dezem­ber let­zten Jahres auf offen­er Straße in Rathenow angegriffen.
Zusam­men mit einem Lands­mann war er am 23. Dezem­ber früh­mor­gens zu
Schneeräu­mar­beit­en einge­set­zt. Ein Mann kam auf sie zu und beschimpfte die beiden
als “Scheiß-Neger” und weit­er mit den Worten “Was machst du hier? Geh zurück in Dein
Land! Was kriegst du für diese Scheiß-Arbeit? Sag mal! Sag mal!” Dann trat er den
anderen Togole­sen und ver­set­zte Mamavi drei Faustschläge ins Gesicht. Der Angreifer
stürzte mit Mamavi zu Boden, Mamavi kon­nte sich jedoch befreien. Als er das Wort
“Polizei” rief, ran­nte der Mann davon. Mamavi trug Prel­lun­gen im Gesicht und ein
Hämatom am Auge davon. Eine Augen­erkrankung ver­schlim­merte sich dadurch. 

Der Prozess ist auf den 22. Juli vor dem Amts­gericht Rathenow ange­set­zt. Bis heute
weigert sich die Aus­län­der­be­hörde in Rathenow, das Ende des Strafverfahrens
abzuwarten. 

Kay Wen­del vom Vere­in Opfer­per­spek­tive bemerkt dazu: “Das Ver­hal­ten der
Aus­län­der­be­hörde ist eine Geschmack­losigkeit ohne­gle­ichen. Ein Opfer eines
ras­sis­tis­chen Über­falls soll zwei Tage nach dem Prozess abgeschoben wer­den. Das
gefährdet nicht nur die Verurteilung des Täters, das zeigt auch eine eklatanten
Mis­sach­tung des Opfers und sein­er Rechte. Die rechte Szene von Rathenow kann sich
freuen. Was ihnen nicht voll­ständig gelang, die Vertrei­bung von Aus­län­dern aus
Rathenow, das vol­len­det die Ausländerbehörde.” 

Der Vere­in Opfer­per­spek­tive hat heute eine drin­gende Peti­tion an den Brandenburger
Land­tag gerichtet, um den Aufen­thalt von Ora­bi Mamavi zumin­d­est vorüberge­hend zu
sichern.

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