25. September 2005 · Quelle: MAZ / BZ

Ostdeutsche haben Grund, stolz zu sein

BERLIN Die friedliche Rev­o­lu­tion im Herb­st 1989 und die Zivil­courage der DDR-Bürg­er seien Gründe genug, den Tag der Deutschen Ein­heit feier­lich zu bege­hen, erk­lärte der derzeit­ige Bun­desrat­spräsi­dent, Bran­den­burgs Min­is­ter­präsi­dent Matthias Platzeck (SPD), gestern in Berlin. Für die ehe­ma­li­gen DDR-Bürg­er müsse es bei den diesjähri­gen Feier­lichkeit­en in Pots­dam zum 3. Okto­ber auch darum gehen, die eigene Iden­tität selb­st­be­wusst einzubringen. 

Platzeck wies darauf hin, dass 15 Jahre nach der Wiedervere­ini­gung das ost­deutsche Einkom­men bei 83 Prozent des West­niveaus liege und eine hohe Zahl neuer Unternehmen in Ost­deutsch­land gegrün­det wor­den sei. Er erin­nerte auch daran, dass kurz vor der Wende die ost­deutschen Städte zer­fall­en und die Umwelt schw­er belastet gewe­sen sei. Ein mod­ernes Tele- und Kom­mu­nika­tion­snetz habe erst aufge­baut wer­den müssen. “Wir haben gute Ergeb­nisse in der gesamt­deutschen Entwick­lung”, fasste er zusammen. 

Den­noch gäbe es noch keine “Ide­alzustände”. “Die Arbeit­slosigkeit lastet auch 15 Jahre nach der Ein­heit schw­er auf den Bürg­ern”, so der Min­is­ter­präsi­dent. Pos­i­tive Errun­gen­schaften der DDR wie die Polik­liniken und das Bil­dungssys­tem seien im Zuge eines “über­stürzten” Eini­gung­sprozess­es ver­wor­fen und erst heute wieder­ent­deckt wor­den. Man habe außer­dem die kul­turellen Gräben zwis­chen Ost und West unter­schätzt: “Wir waren Licht­jahre voneinan­der ent­fer­nt”, so Platzeck. Den­noch kön­nten Ost­deutsche stolz auf ihre Lebensleis­tung sein. “Ich bin gerne beken­nen­der Ost­deutsch­er und füh­le mich in meinem Land und in meinem Bran­den­burg sauwohl”, erk­lärte Platzeck. 

An den Jubiläums­feier­lichkeit­en zur deutschen Ein­heit, wer­den sich rund 4300 Mitwirk­ende und zahlre­iche Gäste der deutschen und inter­na­tionalen Poli­tik beteili­gen. Der ehe­ma­lige Rat­spräsi­dent der Europäis­chen Union, Jean-Claude Junck­er, hält bere­its am 1. Okto­ber in der Pots­damer Nico­laikirche eine Rede. Der offizielle Fes­takt am 3. Okto­ber begin­nt mit einem öku­menis­chen Gottes­di­enst unter Leitung von Bischof Wolf­gang Huber und Kar­di­nal Georg Sterzin­sky. Bei der Musik­pa­rade “Deutsch­land spielt auf” wer­den ab elf Uhr rund 800 Musik­er durch das Fest­ge­bi­et ziehen. Zum zen­tralen Fes­takt im Film­park Babels­berg spricht Bun­destagspräsi­dent Wolf­gang Thierse. Zudem ste­ht ein Emp­fang des Bun­de­spräsi­den­ten Horst Köh­ler auf dem Programm. 

Beim Bürg­er­fest am Son­ntag und Mon­tag präsen­tieren sich die 16 deutschen Bun­deslän­der, auf 13 Büh­nen gibt es musikalis­che Dar­bi­etun­gen und am Haus der Bran­den­bur­gisch-Preußis­chen Geschichte eine Marathon­le­sung. Für das Fest stellte Bran­den­burg 900 000 Euro zur Verfügung. 

Platzeck betont Leis­tung der Ostdeutschen

Die Repub­lik feiert in Pots­dam 15 Jahre Einheit

POTSDAM/BERLIN. Bei der diesjähri­gen zen­tralen Ein­heits­feier in Pots­dam soll “die eigene Farbe der Ost­deutschen” stärk­er erkennbar wer­den. Das kündigte Min­is­ter­präsi­dent Matthias Platzeck (SPD) am Fre­itag bei der Vorstel­lung des Pro­gramms an. Es soll auf spez­i­fisch ost­deutsche Leis­tun­gen nach der Wende hingewiesen wer­den. Spitzen­sport­lerin­nen aus der Region wer­den an Schauwet­tkämpfen teil­nehmen, kleine ost­deutsche Unternehmen wer­den sich präsen­tieren und der DJ Paul von Dyk wird zusam­men mit dem Fil­morch­ester Babels­berg den Song “Wir sind wir (Ein Deutsch­land­lied)” intonieren. “Um das zu bewälti­gen, was vor uns ste­ht, müssen die Ost­deutschen den Kopf auch mal ein biss­chen höher tra­gen”, sagte Platzeck. Am 2. und 3. Okto­ber soll rund um den Alten Markt in Pots­dam gefeiert wer­den. Es werden13 Büh­nen und ins­ge­samt 400 Stände aufge­baut, auf ein­er Län­der­meile präsen­tieren sich die 16 Bun­deslän­der. Es wird auch eine Parade mit Musik aus allen Län­dern geben. Bere­its am Vor­abend des 3. Okto­ber ist ein Musikpro­gramm geplant. Gegen 22 Uhr soll dann auch die erfol­gre­iche Band Sil­ber­mond auftreten. Am 3. Okto­ber find­et in der Cali­gari-Halle ein Staat­sakt mit Bun­de­spräsi­dent Horst Köh­ler statt.

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Der Bun­desver­band der VVN-BdA hat die Entschei­dung des Bran­den­burg­er Lan­des­denkmalamts zur Ken­nt­nis genom­men, das nachge­baute Glock­en­spiel der ehe­ma­li­gen Pots­damer Gar­nisonkirche in die Denkmalliste aufzunehmen. Das Argu­ment, dieses Glock­en­spiel sei ein „eigen­ständi­ges Denkmal der jün­geren Zeit­geschichte“, kön­nen wir nur bed­ingt nachvollziehen.

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