29. April 2005 · Quelle: Jugendtreff Dosto

Partisanin Sofia Timofejewna Domant besuchte Jugendtreff „Dosto”

Grüße des Bürg­er­meis­ters und der Vet­er­a­nen des „Großen Vater­ländis­chen Krieges” aus Novosi­birsk über­bracht.

Im gefüll­ten, etwas zu eng gewor­de­nen Konz­er­traum des Jugendtr­e­ffs Dos­to in
Bernau fand am 27.April 2005 eine span­nende und infor­ma­tive Ver­anstal­tung mit
ein­er ehe­ma­li­gen Par­ti­sa­nenkämpferin statt. Sofia Tim­o­fe­jew­na Domant
berichtete sichtlich bewegt von ihren Erin­nerun­gen an den Zweit­en Weltkrieg,
vom faschis­tis­chen deutschen Besatzung­ster­ror und ihren Kämpfen in der
Par­ti­sanenein­heit.

Viele Fra­gen der Jugendlichen musste Sofia Tim­o­fe­jew­na während des mehr als
zweistündi­gen Gesprächs im Jugendtr­e­ff beant­worten. Einige der Zuhör­er sind
heute genau­so alt wie Frau Domant im Jahr 1941 war, als sie mit 16 Jahren
gezwun­gen wurde mit der Waffe in der Hand ihr Leben zu vertei­di­gen. Alles war
im Jugendtr­e­ff von Inter­esse: das all­ge­meine Leben als Par­ti­sanin, die
Schwierigkeit­en viel­er Über­leben­der zwis­chen „deutsch” und „faschis­tisch”
unter­schei­den zu ler­nen, die Erfahrung mit der Waffe zu kämpfen und einen
Umgang damit zu find­en getötet zu haben, Hunger zu erleben und die Freude in
der Par­ti­sanenein­heit über jede gelun­gene Aktion.
Sofia Tim­o­fe­jew­na betonte wieder­holt ihren Wun­sch und ihre Hoff­nung, dass
allen ihr nach­fol­gen­den Gen­er­a­tio­nen diese Erfahrun­gen von Krieg, Zer­störung
und Hunger erspart bleiben.

Frau Domant über­brachte her­zliche Grüße von den Vet­eranin­nen und Vet­er­a­nen
der Roten Armee ihrer Heimat­stadt Novosi­birsk und dem Bürg­er­meis­ter der
Stadt Novosi­birsk W.F. Gorodez­ki nach Bernau. Sie wün­schte den
antifaschis­tis­chen jun­gen Men­schen in Deutsch­land Erfolg in ihrem wichti­gen
gesellschaftlichen Engage­ment und Glück und Zufrieden­heit im per­sön­lichen
Leben.

Im Anschluss erlebte Frau Tim­o­fe­jew­na den Auf­marsch recht­sex­trem­istis­ch­er
Kam­er­ad­schaften in Bernau. Erschrock­en und gefasst zugle­ich nahm sie zur
Ken­nt­nis, welch­es Gesicht Neo­faschis­mus in Bernau annehmen kann. Sie
erkundigte sich nach dem Organ­isierungs­grad, den poli­tis­chen Absicht­en, der
Struk­tur und der Bewaffnung recht­sex­trem­istis­ch­er Grup­pen in Deutsch­land.
Danach bekräftigte sie ihre Wün­sche, dass die antifaschis­tis­chen Bemühun­gen
aller fried­lieben­den Deutschen erfol­gre­ich sein mögen.

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