2. September 2003 · Quelle: MAZ

Plötzlich hießen alle Orte “Freie Heide”

(MAZ, 1.9.) Unbekan­nte haben in der Nacht zum Sonnabend in den Regio­nen Neu­rup­pin, Rheins­berg und Witt­stock und bis nach Meck­len­burg hinein mehrere dutzend Ort­sein­gangs- und ‑aus­gangss­childer überklebt. Statt der Ort­sna­men und dem Hin­weis auf die näch­ste Sied­lung prangten ab Sonnabend dort Schilder: “Für eine Freie Hei­de. Gemein­sam Bom­bo­drom ver­hin­dern”, aufgemacht nach Art von nor­malen Ort­sein­gangss­childern.

Die Polizei nahm Anzeige gegen Unbekan­nt auf. “Der Inhalt der Plakate ist strafrechtlich nicht rel­e­vant”, sagte Polizei­haup­tkom­mis­sar Alexan­der Gehl der MAZ. Ermit­telt werde deshalb wegen Sachbeschädi­gung.

Mit ihrer Aktion haben die Freie-Hei­de-Sym­pa­thisan­ten das Straßen­verkehrsamt zu einem Son­dere­in­satz am Woch­enende ver­don­nert. Die Ein­satzkräfte ver­sucht­en zunächst, die Kle­be­folien abzuziehen, was vielfach nicht gelang. Um Aut­o­fahrer trotz­dem auf die Ein­fahrt in eine geschlossene Ortschaft hinzuweisen, stell­ten Mitar­beit­er der Behörde zahlre­iche Tem­po-50-Schilder direkt vor den überklebten Ort­sein­gangss­childern auf.

Die Bürg­erini­a­tia­tive “Freie Hei­de” hat gestern die Ver­ant­wor­tung für die Schilder­ak­tion von sich gewiesen. “Damit haben wir nichts zu tun. Wir wur­den selb­st davon über­rascht”, sagte Sprech­er Benedikt Schirge auf Anfrage der MAZ. Er begrüße zwar prinzip­iell jede Aktion, die auf das Anliegen der BI hin­weise, könne das Überkleben der Schilder aber nicht gutheißen. Schirges Empörung hielt sich in Gren­zen: “Wenn die Bun­deswehr ein­fach 35 Hek­tar Land­schaft entpflanzt, finde ich das viel schlim­mer.” kat

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