23. Oktober 2020 · Quelle: polar*

polar — neue linke, antikapitalistische Gruppe in Potsdam

Weil die Verhältnisse immer noch so sind, wie sie sind, bleibt uns nichts anderes übrig... Wir - einige Aktivist*innen aus Potsdam - haben eine neue linke, antikapitalistische Gruppe namens "polar" gegründet

Weil die Ver­hält­nisse immer noch so sind, wie sie sind, bleibt uns
nichts anderes übrig…
Wir — einige Aktivist*innen aus Pots­dam — haben eine neue linke,
antikap­i­tal­is­tis­che Gruppe namens “polar” gegründet:

Schauen wir uns in Pots­dam und Bran­den­burg um, sehen wir, wie die
Polizei unsere Nachbar*innen abschiebt und wie Parteien und rechte
Grup­pen mit ras­sis­tis­chen Parolen in der Bevölkerung bre­it­en Zuspruch
bekom­men. Wir sehen, wie unsere Mieten steigen und Investor*innen
Men­schen aus ihren Stadtvierteln ver­drän­gen. Wie Frauen, Schwule, Lesben
und transPer­so­n­en noch immer diskri­m­iniert wer­den. Wie Krankenhäuser
geführt wer­den, als wären sie Fab­riken, in denen die Pfleger*innen von
Patient zu Pati­entin het­zen. Wie Konz­erne mit Kohlekraftwerken und
(Elektro-)Autos unsere Umwelt zerstören.

Konkur­renz und Gewalt begeg­nen uns nicht nur im All­t­ag, in der Familie,
auf der Arbeit oder in der Aus­bil­dung. Die weltweite Aus­beu­tung zerstört
täglich die Per­spek­tiv­en von Men­schen auf ein Leben in Würde und
Sicher­heit. Aber dieses Elend ist kein Naturge­setz. Schuld daran ist die
kap­i­tal­is­tis­che Wirtschaftsweise, die unsol­i­darisches und nicht
nach­haltiges Han­deln einiger auf Kosten viel­er belohnt. Diejeni­gen, die
vom Sys­tem prof­i­tieren, bauen es jeden Tag weit­er aus und wollen den
Protest dage­gen lähmen.

Wir wollen all das nicht akzep­tieren und untätig bleiben. Wir mischen
uns ein. Für ein gutes Leben für alle sehen wir keine andere
Möglichkeit, als den Kap­i­tal­is­mus zu über­winden. Wir brauchen einen
grundle­gen­den Bruch mit der Prof­it­mas­chine, die auf Aus­beu­tung und
Eigen­tum basiert. Vielmehr wollen wir Visio­nen eines Zusam­men­lebens in
Vielfalt und Gle­ich­berech­ti­gung entwick­eln, in der die Bedürfnisse der
Men­schen im Ein­klang mit der Umwelt im Mit­telpunkt stehen.

Deshalb möcht­en wir uns in die drän­gen­den Kon­flik­te ein­mis­chen und dort
präsent sein, wo sich Men­schen gegen Ungerechtigkeit­en wehren. Wir
wollen Kämpfe anzetteln, unter­stützen und vor­wärt­streiben. Wir möchten
Men­schen ermuti­gen und zu nach­haltigem Engage­ment befähi­gen. Dazu
brin­gen wir ver­schiedene Leute an einen Tisch und tra­gen unseren Protest
und Kri­tik in die Öffentlichkeit.

Es geht uns darum, gemein­sam mit anderen Aktiv­en im Hier und Jetzt
Alter­na­tiv­en zum Beste­hen­den aufzuzeigen und durchzuset­zen. Denn auch
kleine Erfolge kön­nen die Lebens- und Kampf­be­din­gun­gen verbessern.
Gemein­same Erfahrun­gen der Selb­ster­mäch­ti­gung und Sol­i­dar­ität können
neue Beziehun­gen zwis­chen den Men­schen knüpfen und mobil­isierend für
größere gesellschaftliche Verän­derun­gen wirken. Denn wir sind überzeugt,
dass es eine wirk­liche Gegen­macht von unten und eine breite
Massen­be­we­gung braucht, um die Machtver­hält­nisse ins Wanken zu bringen.

Wir haben uns als Gruppe polar zusam­menge­tan, um Teil solch­er Bewegungen
zu sein. Allerd­ings wollen wir nicht nur die eine Kam­pagne zu dem einen
The­ma machen, son­dern organ­isieren uns als länger­fristig arbei­t­ende und
the­menüber­greifende Gruppe. Für eine grundle­gende Umwälzung der
Gesellschaft braucht es Strate­gien und Kon­ti­nu­ität. Deshalb versuchen
wir, in Pots­dam und per­spek­tivisch auch über­re­gion­al Struk­turen zu
schaf­fen oder zu find­en, die uns Aus­tausch und gemein­sames Handeln
ermöglichen.
Zur Zeit arbeit­en wir in Pots­dam und darüber hin­aus an den Themen
Antifaschis­mus, Sol­i­dar­ität mit geflüchteten Men­schen und Recht auf
Stadt.

Für uns ist Poli­tik­machen keine Ein­tags­fliege. Wir bleiben mit Geduld
und Lei­den­schaft dabei. Wir wollen voneinan­der ler­nen und unsere
gemacht­en Erfahrun­gen reflek­tieren. Genau­so wichtig ist uns, dass unsere
Poli­tik Spaß macht und wir einen wohlwol­len­den Umgang miteinan­der haben.
Wir wollen mehr wer­den und sind offen für Inter­essierte mit
unter­schiedlichen Erfahrung­shor­i­zon­ten und Lebensumständen.

Schaut mal auf unser­er Web­seite polar.noblogs.org vorbei.

Sol­i­darische Grüße und bleibt gesund!

polar*

*potsdam:links.antikapitalistisch.radikaldemokratisch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Pots­dam — 500 Men­schen demon­stri­eren in Pots­dam für eine sol­i­darische Zukun­ft statt Kapitalismus
Pots­dam — Mehrere Ini­tia­tiv­en rufen zu ein­er Kundge­bung vor der Aus­län­der­be­hörde in Pots­dam auf und fordern unter anderem auf das leerge­bliebene Ver­sprechen eines “Sicheren Hafens” in Pots­dam endlich prak­tisch wer­den zu lassen. 
Pots­dam — Am kom­menden Sam­stag, den 24. April wer­den mehrere hun­dert Men­schen unter dem Mot­to „Sol­i­darische Zukun­ft statt Kap­i­tal­is­mus” gegen das staatliche Pan­demie­m­an­age­ment demonstrieren. 

Opferperspektive

Logo de rOpferperspektive Brandenburg

NSUwatch Brandenburg

Polizeikontrollstelle

Logo der Polizeikontollstelle - Initiative zur Stärkung der Grund- und Bürgerrechte gegenüber der Polizei

Netzwerk Selbsthilfe

Termine für Potsdam

Termine für Berlin

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot