17. Mai 2005 · Quelle: Sputnik

Politik und Erbrechen”

Lesung im Buch­laden Sput­nik, Charlottenstr.28 in Pots­dam am Sam­stag, dem 21. Mai um 20 Uhr. Es gibt eine musikalis­che Unter­malung zum The­ma und natür­lich Getränke.

In Berlin scheint aller Krise zum Trotz irgen­deine dif­fuse Auf­bruchsstim­mung zu
herrschen, die jedoch nie­mand auf den Begriff zu brin­gen ver­mag. Alle zieht es
irgend­wie dahin, kein­er weiß jedoch so richtig warum. Ist es so, dass dort die
“Leute aus Heimweh hinziehen” (Blum­feld)? Oder sind es nur leere Ver­sprechen wie
“Dabei­sein ist alles” und “any­thing goes”? Am 21.Mai wer­den Ste­fan Wirn­er und
Rob Alef auf unter­schiedliche, lit­er­arische Art und Weise ver­suchen, sich ihrer
Wahlheimat Berlin, dem insze­nierten Haupt­stadt-Hype und der damit ver­bun­de­nen
Ide­olo­giepro­duk­tion zu näh­ern. Die Lesung ist der Beginn ein­er in Pots­dam
stat­tfind­en­den Lese- und Vor­tragsrei­he mit dem Titel “Poli­tik und Erbrechen”.

Zu den Autoren

Ste­fan Wirn­er wurde 1966 in Wei­den in der Oberp­falz geboren. Er lebt seit 1990 in
Berlin und arbeit­et für ver­schiedene Pub­lika­tion. Seit 2001 ist er Redak­teur der
Jun­gle World. “Berlin Hard­core” ist das Buch zum neuesten Berlin und der
dazuge­höri­gen Repub­lik. Es ist auss­chließlich aus Sätzen mon­tiert, die
Zeitungsar­tikeln, Essays und Reden der let­zten Jahre ent­nom­men wur­den. In bei­den
deutschen Rechtschrei­bun­gen bietet es ein Bild des Schreck­ens: in allem, jedem und
in mehr ist Berlin größer, bess­er, weit­er. Ger­ade durch die Mon­tage ent­larvt sich
die Dummheit und der Zynis­mus, der hin­ter dem Jubel wal­tet.

Rob Alef wurde 1965 in Nürn­berg geboren. Er studierte die Rechte mit Wider­willen,
forscht und unter­richtet zum Nation­al­sozial­is­mus, schreibt Gedichte für seine
Lieb­ste und für die TAZ, ver­misst die kali­for­nischen Red­woods und die judäis­che
Wüste, ist trotz­dem polizeilich gemeldet in Berlin-Kreuzberg, wo er schläft, kocht
und Fig­uren ersin­nt, die manch­mal ster­ben müssen. “Bang Bang stirbt” ist ein
SF-Kri­mi über das Berlin in der nahen Zukun­ft: Ein krim­ineller Pan­da durchkreuzt die
poli­tis­chen Winkelzüge des Regieren­den Bürg­er­meis­ters … Was dabei her­auskommt, ist
noch unglaublich­er als die hoff­nungs­los überspan­nte Wirk­lichkeit Berlins und ihrer
lebensecht­en Zeitgenossen. — Ein mitreißen­der, unge­mein zynis­ch­er Polit­thriller mit
einem ger­adezu bösar­ti­gen Humor, der an Orig­i­nal­ität kaum zu über­bi­eten ist.

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