7. Februar 2005 · Quelle: MAZ

Politisch gern frei”

BORNE Auf Vorschlag von Lan­drat Lothar Koch (SPD) soll der Nieder­län­der Cor­nelis
Berk­ouw­er zum ehre­namtlichen Aus­län­der­beauf­tragten des Land­kreis­es
Pots­dam-Mit­tel­mark berufen wer­den. Dies bestätigten der Auss­chuss für
Gesund­heit, Soziales und Frauen am Don­ner­stag “mit besten Empfehlun­gen” ans
Par­la­ment, das Anfang März wieder tagen wird.

Berk­ouw­er träte damit die Nach­folge Valeri Tsche­chowskis an, der im
ver­gan­genen Som­mer um seine Abberu­fung gebeten hat­te, da er sich beru­flich
neu ori­en­tieren wollte. Aus Kosten­grün­den hat­te der Kreistag damals zugle­ich
auf die erneute Bestel­lung eines haup­tamtlichen Beauf­tragten verzichtet.
Seit­dem nimmt die Gle­ich­stel­lungs­beauf­tragte Ines-Ane­li­ka Lübbe einen Teil
der Auf­gaben des Aus­län­der­beauf­tragten wahr; die geset­zlich ver­brieften
Leis­tungs- und Beratungsansprüche von Spä­taussiedlern und Asyl­be­wer­bern
erfüllt das Amt für Soziales und Wohnen.

Den­noch hät­ten sich Lück­en aufge­tan, die zu schließen die Ein­set­zung eines
Beauf­tragten notwendig macht, erläuterte Ker­stin Küm­pel, Bürochefin des
Lan­drats, den Abge­ord­neten. Cor­nelis Berk­ouw­er soll kün­ftig sowohl den
Par­la­men­tari­ern und der Kreisver­wal­tung als poli­tis­ch­er Rat­ge­ber mit wachem
Sachver­stand zur Ver­fü­gung ste­hen als auch the­ma­tis­ch­er Ansprech­part­ner für
Bürg­er­be­lange sein.

Der im Belziger Ort­steil Borne lebende 76-Jährige gilt als inte­ger,
kom­mu­nika­tiv, ver­bun­den denk­end und aus Erfahrung kom­pe­tent. Durch sein
langjähriges Engage­ment unter anderem als Vor­sitzen­der des kreis­lichen
Aus­län­der­beirates und die Mitar­beit im Belziger Info-Café “Der Winkel”, ist
er mit der Lebenssi­t­u­a­tion von Migranten und Flüchtlin­gen eben­so ver­traut
wie mit struk­turell-geset­zlichen Rah­menbe­din­gun­gen. Wegen seines
authen­tis­chen wie diplo­ma­tis­chen Auftretens wird der Nieder­län­der vom
betrof­fe­nen Per­so­n­enkreis wie von Behör­den als Mit­tler akzep­tiert.

“Die Wahl ist aus­geze­ich­net, Herr Berk­ouw­er ken­nt sich aus und weiß Wege aus
prob­lema­tis­chen Lagen zu zeigen”, freute sich Han­nelore Hein­rich (FDP) aus
Treuen­bri­et­zen, für die der Nominierte kein Unbekan­nter ist. Als
Vor­sitzen­der des Aus­län­der­beirates hat­te Berk­ouw­er bis zu seinem Rück­tritt
nach poli­tis­chen Kon­tro­ver­sen mit Innen­min­is­ter Jörg Schön­bohm (CDU) im
Jahre 2000 dem Kreistags­gremi­um ange­hört.

“Wir befind­en uns in ein­er insta­bilen gesellschaftlichen Sit­u­a­tion, die
Flutwellen von Angst und Unsicher­heit aus­löst, aber auch Möglichkeit­en und
Verbindun­gen bietet. Wir müssen hier in ein­er Region miteinan­der auskom­men,
unab­hängig von Herkun­ft, Alter, Arbeit und Hartz IV. Nach solchen
Per­spek­tiv­en möchte ich suchen”, begrün­dete er nun seinen Wiedere­in­stieg
auch ins Beirat­samt.

Dass er ehre­namtlich aus­füllen soll, was gut und gern Kraft und Zeit eines
Vol­lzeitjobs kosten kön­nte, sieht Cor­nelis Berk­ouw­er eher als Chance. “Ich
bes­timme die Pri­or­itäten mein­er Arbeit selb­st; zum Leben reicht mir die
hol­ländis­che Rente, und poli­tisch bleibe ich gern schön frei!”

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