9. Juni 2004 · Quelle: LR

Polizei: Cottbus trotz Überfälle auf Ausländer sicherer geworden

Die Cot­tbuser Polizei hat gestern Vor­würfe des Bünd­niss­es «Cot­tbuser Auf­bruch» zurück­gewiesen. Aus­län­der­feindliche Über­griffe seien zurück­zuweisen und beschä­mend für das Image von Cot­tbus, erk­lärte Polizeis­prech­er Berndt Fleis­ch­er gestern.

Dass aber Men­schen ander­er Haut­farbe an belebten Plätzen in Cot­tbus nicht sich­er seien, sei eine unzuläs­sige Pauschal­isierung durch den «Auf­bruch». Solche Aus­sagen führten zu ein­er Verun­sicherung der Bürg­er, so Fleis­ch­er.
Cot­tbus ist nach Angaben Fleis­ch­ers sicher­er gewor­den. Die Aufk­lärungsquote lag bis April bei etwa 53 Prozent (2003: 48 Prozent).

Die Polizei habe nach den Über­fällen auf chi­ne­sis­che Stu­den­ten im
Brun­schwig­park und an der Stadthalle nach konkreten Hin­weisen von Bürg­ern
die Täter schnell ermit­teln kön­nen. Fleis­ch­er: «Der Polizei ist mit
Hin­weisen mehr geholfen, als dass ein ein­schre­i­t­en­der Bürg­er durch
Gewalt­täter ver­let­zt wird.» Polizei und städtis­ches Ord­nungsamt wür­den
regelmäßig die Lage analysieren und an Schw­er­punk­ten die Streifen­tätigkeit
ver­stärken. Auch dadurch sei die Zahl der Straftat­en im Bere­ich
Straßenkrim­i­nal­ität — von der Verge­wal­ti­gung über den Hand­taschen­raub bis
zur Sachbeschädi­gung an Autos — in den ersten vier Monat­en dieses Jahres um
fast 200 zurück­ge­gan­gen. 2003 wur­den bis April 1447 solch­er Straftat­en
reg­istri­ert, 2004 waren es bis April 1255.

Die Sprecherin des «Cot­tbuser Auf­bruchs» , Mar­ti­na Münch, hat­te in ein­er
Erk­lärung gefragt, ob Polizei und Stadt die Lage angesichts der Über­fälle am
hellen Tag auf öffentlichen Plätzen noch im Griff hät­ten.

Der Aus­län­der­beauf­tragte der Stadt, Michael Wegen­er, sprach gestern von
sieben Über­grif­f­en auf Aus­län­der in diesem Jahr. In weit­eren vier Fällen
hät­ten die Betrof­fe­nen aus Angst auf eine Anzeige verzichtet. Wegen­er: «Es
gibt eine hohe Dunkelz­if­fer, weil die Hemm­schwelle der Aus­län­der, zur
Polizei zu gehen, sehr hoch liegt.»

Bei der Polizei sind nach Angaben Fleis­ch­ers jedoch nur drei Fälle
aktenkundig, darunter die zwei Über­fälle auf die chi­ne­sis­chen Stu­den­ten und
eine bis­lang ungek­lärte Prügelei mit indis­chen Bürg­ern am Män­nertag in
Sach­sendorf.

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