26. Juni 2004 · Quelle: MAZ / Ruppiner Anzeiger

Polizei durchsuchte Wohnung von Altnazi Wilhelm Lange in Neuruppin

NEURUPPIN Die Polizei hat gestern Nach­mit­tag (25.06.04) die Woh­nung des 89-jähri­gen Wil­helm L. (

Wil­helm Lange

, Anm. v. Infori­ot) durchsucht. 

Dort trafen die Beamten vier Kinder im Alter von 13 Jahren und zwei Jugendliche (14 und 15 Jahre) an. Der Rent­ner ste­ht im Ver­dacht, Kinder und Jugendliche mit rechtem Gedankengut zu bee­in­flussen. Ein entsprechen­der Hin­weis war von Mit­gliedern des Fre­un­deskreis­es „Heimat­treue Jugend“ gekom­men, die Anfang März dieses Jahres das Mah­n­mal am Jerusalemhain und einen jüdis­chen Gedenkstein in Fehrbellin mit anti­semi­tis­chen Parolen beschmiert haben sollen. Die Beschuldigten hat­ten in Vernehmungen zugegeben, sich häu­fig bei Wil­helm L. zu tre­f­fen. Daraufhin observierten Beamte die Woh­nung des Mannes. An einem Tag gin­gen dort etwa 70 Kinder und Jugendliche ein und aus. Die Polizei erwirk­te beim Neu­rup­pin­er Amts­gericht ein Durchsuchungsbeschluss. 

 

In der Woh­nung des Rent­ners beschlagnahmten die Ermit­tler zwei Aktenord­ner, deren Inhalt bis gestern Abend noch nicht aus­gew­ertet war. Die 13- bis 15-Jähri­gen wur­den von Polizis­ten nach Hause begleit­et. Dort durch­sucht­en die Beamten im Bei­sein der Eltern die Woh­nun­gen, fan­den aber keine Hin­weise auf Straftat­en. Die Polizei appel­liert an alle Eltern, „sich unter den genan­nten Gesicht­spunk­ten kri­tisch mit der 

Freizeitbeschäf­ti­gung

ihrer Kinder auseinanderzusetzen“. 

 

 

Polizei durch­suchte Woh­nung von 89-jährigem Neuruppiner
Aktenord­ner sichergestellt

 

NEURUPPIN Gestern Nach­mit­tag (25.06.04) hat ein Ein­satzkom­man­do der Polizei die Woh­nung eines 89-jähri­gen Neu­rup­pin­ers durch­sucht. Die Polizei hat­te die Woh­nung in jüng­ster Zeit observiert, nach­dem Beschuldigte von anti­semi­tis­chen Straftat­en eingeräumt hat­ten, sich dort häu­figer aufzuhal­ten. Bei ihnen waren sein­erzeit umfan­gre­ich­es recht­sex­trem­istis­ches Pro­pa­gan­da­ma­te­r­i­al und Mit­glied­sausweise eines Fre­un­deskreis­es „Heimat­treue Jugend“ aufge­fun­den worden. 

 

Gestern stellte die Polizei zwei Aktenord­ner sich­er. Anhalt­spunk­te auf Straftat­en gab es nicht. In der Woh­nung hiel­ten sich vier 13-jährige Kinder und zwei 14- und 15-jährige Jugendliche auf. Polizeis­prech­er Rudi Son­ntag: „Wir woll­ten ein Zeichen setzen.“

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