23. Juli 2002 · Quelle: lausitzer rundschau

Polizei will in Forst Ruhe schaffen

Schon zum zweit­en Mal in Folge kon­nten am Woch­enende nur knapp Auseinan­der­set­zun­gen zwis­chen linken und recht­en Jugendlichen in Forst ver­hin­dert wer­den. Die Polizei will nun schär­fer vorge­hen. Noch in dieser Woche soll auch ein Gespräch mit der Stadt stat­tfind­en, um das Prob­lem langfristig zu lösen.

FORST. “Es wird gezielte Maß­nah­men geben ” , kündigte Polizei­press­esprech­er Berndt Fleis­ch­er für das kom­mende Woch­enende an. Details nan­nte er nicht, aber neben ein­er ver­stärk­ten Polizei-Präsenz wird auch die Mobile Ein­satz­gruppe MEGA in Forst einge­set­zt. “Wir kön­nen nicht hin­nehmen, dass die Polizei möglicher­weise über Wochen der­art beschäftigt wird ” , meint Fleis­ch­er.

Bish­er alles glimpflich

Denn bish­er ging alles recht glimpflich ab. Das erste Mal kam es in den frühen Mor­gen­stun­den des 14. Juli beina­he zu Auseinan­der­set­zun­gen, als eine Gruppe rechter Jugendlich­er nach einem Konz­ert in die Park­straße zog, wo eher die linke Jugend­kul­tur in Forst ihren Tre­ff­punkt hat. Es flo­gen Flaschen, in die Ecke Gedrängte ver­sucht­en sich mit Schüssen aus ein­er Schreckschusspis­tole aus der Sit­u­a­tion zu helfen (RUNDSCHAU berichtete). Durch Mith­il­fe des Bun­des­gren­zschutzes wur­den immer wieder Platzver­weise aus­ge­sprochen, wenn sich die meist aus Cot­tbus kom­menden Jugendlichen wieder tre­f­fen woll­ten. Vorgestern dro­hte die Sit­u­a­tion wieder zu eskalieren. Weil zwei von ins­ge­samt einem Dutzend Aut­o­fahrern beim ersten Tre­ff­punkt an ein­er Tankstelle mit über 1,1 Promille kon­trol­liert wur­den, waren die Insassen der restlichen Fahrzeuge über mehrere Stun­den “gebun­den ” : Die vor­wiegend aus Cot­tbus Stam­menden warteten vor dem Forster Kranken­haus auf ihre Kumpel, die bei der Blut­probe waren. Dabei kam es zu ein­er Schlägerei mit einem Forster. Als sie sich am Wasser­turm wieder tre­f­fen woll­ten, sprach die Polizei Platzver­weise aus, da eine Auseinan­der­set­zung mit anderen Jugendlichen dro­hte.

Bei­de Seit­en aggres­siv

Allerd­ings seien bei­de Seit­en aggres­sions­bere­it, so Polizeis­prech­er Fleis­ch­er. So seien die Cot­tbuser Fahrzeuge beispiel­sweise mit Flaschen bewor­fen wor­den, teil­weise aus anderen Autos her­aus. Sollte die Polizei mit­bekom­men, dass ein Wagen für eine Straftat benutzt wird, könne auch das Fahrzeug beschlagnahmt wer­den, deutet Fleis­ch­er an. Doch beim polizeilichen Durch­greifen soll es nicht bleiben, weshalb man vom Schutzbere­ich aus noch in dieser Woche das Gespräch mit der Stadtver­wal­tung suchen werde. “Wir spie­len meist nur die Feuer­wehr ” , so Fleis­ch­er, das Freizeitver­hal­ten der Jugendlichen könne die Polizei eben nicht bee­in­flussen. Außer­dem sei nie­man­dem damit gedi­ent, das Prob­lem von Forst aus nur zu ver­lagern. Deshalb müsse eine langfristige Strate­gie gesucht wer­den. “Denn darunter lei­det ja auch der Ruf der Stadt ” , sieht Fleis­ch­er die Notwendigkeit, dass die Kom­mune sich engagiert.

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