29. November 2002 · Quelle: Antifas Uckermark

Potzlow ist überall!

Dem recht­en Kon­sens ent­ge­gen­treten!

 

Mit großer Trauer haben wir vom grausamen Tod des 16- jähri­gen M.S. aus Ger­swalde erfahren müssen. Unsere Anteil­nahme gilt den Fre­un­den und Ange­höri­gen.


In unsere Trauer mis­cht sich aber auch Wut!
Wut über eine erneute recht­sex­treme Gewalt­tat in der Uck­er­mark. Es hätte jeden tre­f­fen kön­nen und es hat schon viel zu viele getrof­fen, die nicht in das Welt­bild der selb­ster­nan­nten Her­ren­men­schen passen.

 

Wir sind wütend darüber wie wenig in der Uck­er­mark bis heute die Nor­mal­ität recht­sex­tremer Dom­i­nanz wahrgenom­men, geschweige denn in Frage gestellt wird. Eigentlich sind die Orte beliebig auswech­sel­bar: Dede­low, War­nitz, Gollmitz, Grünow, Pin­now, Brüs­sow, … Pot­zlow. Es wun­dert uns auch nicht, das wieder ein­mal ein Dorffest Aus­gangspunkt der schreck­lichen Gewalt­tat war. Solche Dorf- und Stadt­feste sind in der Uck­er­mark fast über­all “No go areas” für Fremde, Flüchtlinge oder linke Jugendliche, ohne das dies die Ver­ant­wortlichen inter­essiert.

 

Es macht uns wütend, wenn in der gle­ichen Woche, in der diese Tat bekan­nt wurde, der Innen­min­is­ter des Lan­des Bran­den­burg, Schön­bohm, in einem Inter­view mit der recht­sex­tremen “Jun­gen Frei­heit” von einem Zusam­men­hang zwis­chen “Dem Kampf gegen Rechts” und der Zahl recht­sex­tremer Gewalt­tat­en faselt- Engage­ment gegen Recht­sex­trem­is­mus befördert also solche Tat­en!? Es ist dieses gesellschaftliche Kli­ma von Igno­ranz, Ver­harm­lo­sung, Intol­er­anz und Ras­sis­mus, in dem immer neue Täter­gen­er­a­tio­nen über­all in der Uck­er­mark aufwach­sen und sich als Teil des gesellschaftlichen Kon­sens fühlen kön­nen.
Nicht zulet­zt fra­gen wir uns, was noch passieren soll, damit Jugend­poli­tik in der Uck­er­mark endlich aufhört, “die Jungs von der Strasse holen zu wollen” und sie zu akzep­tieren, statt sich mit ihnen auseinan­derzuset­zen und jugend­kul­turelle Alter­na­tiv­en zu fördern.

 

Wir wollen Trauer, Entset­zen und Wut Raum geben und laden deshalb alle AntifaschistIn­nen der Region ein

 

Sam­stag, 30.11.2002

13.00 Uhr Kundge­bun­gen in Pot­zlow und Strehlow (Tre­ff­punkt in Pot­zlow)

15.00 Uhr Demon­stra­tion in Pren­zlau (Tre­ff­punkt am Bahn­hof)

 

Dem recht­en Kon­sens ent­ge­gen­treten! Für eine antifaschis­tis­che Jugend­kul­tur!

 

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