29. November 2002 · Quelle: MOZ

Rechte Parolen an der Schulwand

Anger­münde (os) Mit Hak­enkreuzen und recht­en Parolen wurde am ver­gan­genen Woch­enende die Gesamtschule “Ehm Welk” in Anger­münde beschmiert. In der Nacht von Sonnabend zu Son­ntag hat­te der Wach­schutz die großflächi­gen Sym­bole und “Heil-Hitler”-Schriftzüge ent­deckt und die Polizei alarmiert.
Die Täter waren mit Bauschaum vorge­gan­gen und besprüht­en damit vor allem die Türen des Schul­ge­bäudes. Außer­dem verklebten sie auf gle­iche Weise absichtlich die Schlöss­er des Haus­es. Auch an einem in der Nähe park­enden Pkw von Anwohn­ern wur­den Beschädi­gun­gen fest­gestellt. Die Polizei nahm noch in der Nacht die Ermit­tlun­gen wegen Ver­wen­dung ver­fas­sungs­feindlich­er Sym­bole auf. Nach Angaben von Polizeis­prech­er Burkhard Heise laufen die Unter­suchun­gen des Kom­mis­sari­ats für beson­dere Delik­te auf Hoch­touren. Ein
Tatverdächtiger ste­ht noch nicht fest. “Der Haup­tansatz ist wahrschein­lich im Schul­bere­ich zu suchen”, so Burkhard Heise. “Es kön­nte sich dur­chaus um einen Racheakt oder ähn­lich­es han­deln.” Das ver­mutet auch Schulleit­er Frank Bretsch, der noch in der Nacht gemein­sam mit dem Haus­meis­ter ver­suchte, die Türen zu reini­gen. “Ich denke, dass es sich bei den üblen Schmier­ereien um eine Reak­tion auf schulin­terne
Fes­tle­gun­gen und Geset­zlichkeit­en han­delt, die alles, was mit rechts- oder link­sex­tremen Ein­stel­lun­gen zu tun hat, unterbinden sollen.” So sei beispiel­sweise das Tra­gen von Armeek­lei­dung und Springer­stiefeln generell ver­boten. In diesem Jahr habe es noch keine Auseinan­der­set­zun­gen
dies­bezüglich gegeben. Der Vor­fall wurde bere­its unter den Lehrern aus­gew­ertet. “Wir wer­den von unserem Weg, dass Poli­tik außer im Fach poli­tis­che Bil­dung, nichts in der
Schule zu suchen hat, nicht abge­hen”, so Frank Bretsch. Auch mit den Schülern wolle man bei Bedarf sprechen.

In der Nacht von Mon­tag zu Dien­stag taucht­en in der See­len­binder­straße in Anger­münde an ein­er Hauswand eben­falls zwei mit Krei­de ange­brachte Hak­enkreuze auf. Ob ein Zusam­men­hang zwis­chen bei­den Straftat­en beste­ht, kann zum gegen­wär­ti­gen Zeit­punkt nicht gesagt wer­den. Die Polizei bit­tet eventuelle Zeu­gen, sich auf der Anger­mün­der Wache zu melden.

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