16. August 2003 · Quelle: Berliner Morgenpost 15.08.03

Potzlow-Prozess: Gutachten erst im September


Neu­rup­pin — Im Prozess zum Tod des Schülers Mar­i­nus Schöberl aus Pot­zlow (Uck­er­mark) ist vor­erst kein Ende abse­hbar. Der psy­chi­a­trische Gutachter wird seine Exper­tise über die Angeklagten erst im Sep­tem­ber vorstellen. Am
gestri­gen 15. Ver­hand­lungstag beantragten die Vertei­di­ger die Vernehmung
weit­er­er Zeu­gen. Danach wurde die Ver­hand­lung erneut unter­brochen. Die
Zeu­gen sollen an einem Sonnabend — dem 30. August — gehört wer­den, damit der
Prozess nicht wegen zu langer Unter­brechun­gen platzt.

Seit Mai müssen sich vor dem Neu­rup­pin­er Landgericht drei Män­ner im Alter
von heute 18 bis 24 Jahren ver­ant­worten, die der recht­en Szene zuge­ord­net
wer­den. Sie sollen ihr 16-jähriges Opfer bru­tal mis­shan­delt und getötet
haben. Zwei der Angeklagten hat­ten bei der Polizei umfassend ges­tanden, dies
vor Gericht aber teil­weise wieder zurückgenom­men.

Die Vertei­di­gung stre­it­et bere­its seit Wochen darum, ob die Aus­sagen ihrer
Man­dan­ten bei der Polizei im Prozess über­haupt ver­w­ertet wer­den dür­fen. Weil
die Kam­mer beschlossen hat­te, die Aus­sagen anzuerken­nen, hat­ten die Anwälte
Zweifel an der Unvor­ein­genom­men­heit der Richter und Schöf­fen geäußert. Der
Befan­gen­heit­santrag war jedoch von ein­er anderen Kam­mer abgelehnt wor­den.
Der Prozess wird am 21. August fort­ge­set­zt.

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