10. Januar 2011 · Quelle: Opferperspektive

PREMNITZER NEONAZIS STEHEN IN POTSDAM VOR GERICHT

Pots­dam — Vor dem Landgericht Pots­dam find­et am Mittwoch, den 12. Jan­u­ar 2011, die Beru­fungsver­hand­lung gegen zwei Mit­glieder der recht­en Szene in Prem­nitz (Havel­land) statt. Die zum Teil ein­schlägig Vorbe­straften waren in erster Instanz wegen gemein­schaftlich began­gener Kör­per­ver­let­zung zu Haft­strafen zwis­chen neun Monat­en und einem Jahr und sechs Monat­en sowie zu Schmerzens­geldzahlun­gen an den Geschädigten verurteilt wor­den. Gegen das Urteil legten sie Beru­fung ein.

Die zwei Angeklagten Alexan­der K. und Peer S. hat­ten, gemein­sam mit dem bere­its recht­skräftig verurteil­ten Kevin B., im Okto­ber 2009 einen Punk nach einem Diskobe­such zusam­mengeschla­gen und schw­er ver­let­zt. Das Gericht stellte in erster Instanz fest, dass der ver­mummte Alexan­der K. den Punk völ­lig grund­los ansprang und zu Boden riss. Am Boden liegend
trat­en Kevin B. und der Mitangeklagte Peer S. auf den Geschädigten ein. Der Punk musste mit ein­er Nasen­be­in­frak­tur, gebroch­en­em Fuß und Hämatomen im Kranken­haus behan­delt wer­den. Noch heute lei­det er unter den Ver­let­zungs­fol­gen.

Vor allem der Angeklagten Alexan­der K. ist kein Unbekan­nter. Er ist bere­its wegen rechter Gewalt­de­lik­te ein­schlägig vorbe­straft. Alexan­der K. ist seit langem Mit­glied der Prem­nitzer Kam­er­ad­schaftsszene und unter­stützt aktiv die NPD. 2007 wurde er wegen Verabre­dung zum Mord in Tatein­heit mit schw­er­er Brand­s­tiftung vom Landgericht Pots­dam verurteilt. Gemein­sam mit anderen Recht­en hat­te er geplant, mit Molo­tow­cock­tails den von alter­na­tiv­en Jugendlichen besucht­en Prem­nitzer Jugend­klub Pre­Ju zu über­fall­en. Laut Antifa war K. auch der Betreiber der regionalen Anti-Antifa-Seite im Inter­net. Auf ihr wur­den Infor­ma­tio­nen über ver­meintliche Linke und AntifaschistIn­nen samt Porträt­fo­tos, Namen und Wohnan­schrift zusam­menge­tra­gen.

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