20. Mai 2005 · Quelle: MAZ

Prophylaxe wie beim Zahnarzt

POTSDAM Bran­den­burgs neue ober­ste Daten­schützerin Dag­mar Hartge ken­nt den
Ort ihres kün­fti­gen Dien­st­sitzes schon recht gut. Seit fünf Jahren wohnt sie
mit ihrem Mann und den zwei Kindern in Klein­mach­now (Pots­dam-Mit­tel­mark). Am
gestri­gen Don­ner­stag wurde sie vom Land­tag als Lan­des­beauf­tragte für
Daten­schutz und das Recht auf Aktenein­sicht gewählt.

“Ich freue mich sehr, in dem Land in dem ich lebe, den Daten­schutz jet­zt
weit­er vertreten zu dür­fen”, sagt die 42-Jährige. Sie wolle die Arbeit ihres
Vorgängers Alexan­der Dix gern fort­set­zen. Großen Wert legt Hartge auf
Daten­schutz-Pro­phy­laxe. Wichtig sei, dass man regelmäßig alles
kon­trol­liert — wie beim Zah­narzt. Ihr Handw­erk hat sie in Berlin gel­ernt, wo
sie “eher aus Zufall” zum Daten­schutz kam.

In der Haupt­stadt arbeit­ete die Juristin Anfang der neun­ziger Jahre in der
Sen­atsver­wal­tung für Inneres. Dann wurde sie 1994 Ref­er­entin beim Berlin­er
Beauf­tragten für Daten­schutz und Infor­ma­tions­frei­heit, 2005 wurde sie
Vize-Daten­schutzbeauf­tragte in Berlin.

Dann ging alles ganz schnell. Der Berlin­er Daten­schutzbeauf­tragte Han­sjür­gen
Garst­ka gab Mitte März bekan­nt, nach gut 15 Jahren im Amt abtreten zu
wollen. Sein Nach­fol­ger soll der bish­erige ober­ste Daten­schützer
Bran­den­burgs, Dix, wer­den. Ende April einigte sich der Innenauss­chuss im
Land­tag ein­stim­mig auf Hartge als Nach­fol­gerin.

Davor hat­te es allerd­ings länger gedauert als geplant. Dix′ Amt­szeit war
schon Ende Mai 2004 abge­laufen. In der ver­gan­genen Leg­is­laturpe­ri­ode kon­nten
sich SPD und CDU aber nicht auf einen gemein­samen Kan­di­dat­en eini­gen. Schon
damals hat­te die SPD Hartge favorisiert. Wegen der Land­tagswahl im
ver­gan­genen Sep­tem­ber wurde das Ver­fahren ergeb­nis­los abge­brochen.

Jet­zt hat sich Hartge einiges vorgenom­men. Dazu zählen auch
Beratungsange­bote an die Ver­wal­tung: “Ich möchte gerne in Bran­den­burg etwas,
was ich hier in Berlin gerne gemacht habe, fort­führen, die Beratung der
Ver­wal­tun­gen.” So will sie auch Sprech­stun­den in den Kreis­städten anbi­eten.

Vor ihrer Zeit im Osten lebte sie in Nieder­sach­sen, wo sie in Holz­min­den am
28. Dezem­ber 1962 geboren wurde und 1982 Abitur machte. Dann wech­selte sie
1983 nach Göt­tin­gen und studierte Rechtswis­senschaften an der
Georg-August-Uni­ver­sität, machte dort 1988 ihre erste juris­tis­che
Staat­sprü­fung und ging dann für ihr Ref­er­en­dari­at nach Schleswig-Hol­stein.

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