9. Dezember 2006 · Quelle: Junge Welt

Protest gegen rechts


In Berlin, Lübben und Celle wollen sich am Sonnabend Neo­faschis­ten ver­sam­meln. Gegen­demos angekündigt

Am Sam­stag wollen Neo­faschis­ten in Berlin, Lübben und Celle marschieren. In Berlin mobil­isieren Rechte aus dem Umfeld der mil­i­tan­ten »Kam­er­ad­schaften« wie bere­its in den ver­gan­genen drei Jahren zu einem Auf­marsch für ein »nationales Jugendzen­trum« in Trep­tow-Köpenick. Sie wollen um 11 Uhr vom S-Bahn­hof Schönewei­de durch Johan­nisthal nach Rudow marschieren. Eben­falls zum S-Bahn­hof-Schönewei­de mobil­isiert für 10.30 Uhr ein bre­ites Bünd­nis aus Bezirksini­tia­tiv­en, Schülervertre­tun­gen, Vere­inen, Parteien, Jugend­ver­bän­den und Antifa­grup­pen. Dort soll es neben einem Kul­tur­pro­gramm aktuelle Infor­ma­tio­nen zum Neon­azi­auf­marsch, dessen Route noch nicht fest­ste­ht, geben. Der Appell des Bünd­niss­es (www.mbr-berlin.de): »hal­tet euch den 9. Dezem­ber frei und zeigt den Neon­azis, daß ihr Auftreten niemals hin­genom­men wer­den wird«.

In Lübben im Spree­wald hinge­gen richtet sich der Protest gegen rechts und links. Dort ruft das neo­faschist­siche Lausitzer Aktions­bünd­nis (LAB) zu einem Auf­marsch »gegen staatliche Repres­sion« auf.

Unter dem Mot­to »Lübben beken­nt Farbe« mobil­isieren Kom­mu­nalpoli­tik­er, Kün­stler und Kirchenge­mein­den ab elf Uhr zu ein­er Kundge­bung auf dem Mark­t­platz. Sie rufen alle Bürg­er auf, sich gegen radikales Denken und Han­deln zu beken­nen. Anlaß, so heißt es auf der Home­page der Stadt Lübben, »sind die für den 9. Dezem­ber vorge­se­henen Demon­stra­tio­nen von Recht­sex­trem­is­ten und Link­sex­tremen«. Ver­schiedene antifaschis­tis­che Grup­pen rufen dazu auf, den Neon­azi­auf­marsch, der sich um zehn Uhr am Bahn­hof formieren soll, zu ver­hin­dern (www.inforiot.de).

In Celle tre­f­fen sich Antifaschis­ten bere­its um neun Uhr auf dem Lauen­stein­platz (www.naziaufmarsch-verhindern.tk), um einen vom Ham­burg­er Neon­azi Chris­t­ian Worch angemelde­ten Auf­marsch zu ver­hin­dern. Für Empörung in der nieder­säch­sis­chen Stadt hat vor allem Ober­bürg­er­meis­ter Mar­tin Bier­mann (CDU) gesorgt. Obwohl er im Novem­ber vom Stad­trat ein­stim­mig aufge­fordert wor­den war, den recht­en Auf­marsch zu ver­hin­dern, hat er das unter­lassen.

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