5. Januar 2014 · Quelle: INFORIOT

Proteste gegen „Rechte“-Hetze in Märkisch-Oderland

Bad Freienwalde: Ungefähr 50 Neonazis hetzten gegen Flüchtlingsheim / Bürger_innen und Antifas protestierten

INFORIOT — Unter dem Mot­to „Asy­lanten­heim  — Wir sagen nein!“ führte der Lan­desver­band der Partei „Die Rechte“ gestern eine Kundge­bung auf dem Markt in Bad Freien­walde (Land­kreis Märkisch-Oder­land) durch. Angemeldet wurde die Ver­anstal­tung von „Die Rechte“-Landeschef Klaus Mann aus dem 30 Kilo­me­ter ent­fer­n­ten Finow­furt (Land­kreis Barn­im). Er ver­sam­melte unge­fähr 50 Neon­azis, darunter auch Ex-Funk­tionäre des ver­bote­nen „Front­bann 24“ aus Berlin, Mit­glieder der schein­aufgelösten „Kam­er­ad­schaft Märkisch-Oder-Barn­im“ (KMOB) und “Freien Nation­al­is­ten Uck­er­mark” sowie einzel­nen NPD und JN Aktivist_innen. Ex-DVU Funk­tionär Mann stand am Mikro, musste allerd­ings – man­gels Tal­ent und Sehstärke — mit Hil­fe ein­er Lese­brille seine Het­zrede able­sen. Eine nen­nenswerte Wirkung erzielte der Rede­beitrag, eben­so wie der des Berlin­er „Die Rechte“-Landesvorsitzenden Uwe Dreisch, jedoch nicht. Die Laut­sprechertech­nik war man­gel­haft und das noch ein wenig ver­ständliche restliche Gebrabbel wurde durch Pfiffe und Tröten der Gegendemonstrant_innen übertönt.

Protest gegen Nazikundge­bung

Unge­fähr 50 bis 60 Men­schen hat­ten sich näm­lich um die „Die Rechte“-Kundgebung herum ver­sam­melt, um ihrem Protest gegen die die asylfeindliche Ver­anstal­tung zum Aus­druck zugeben. Eine Gruppe Bürger_innen zeigte ein Trans­par­ent mit der Auf­schrift „Flüchtlinge bleiben – rechte Gedanken vertreiben“. Auch einige Antifas zeigten ihren Protest am Rande und erin­nerten, dass Nazis eben nicht nur bloße Dumpf­back­en sind, son­dern „Ras­sis­mus“ auch „tötet“. Zu nen­nenswerten Störun­gen kam es jedoch nicht. Einzelne Pro­voka­tio­nen von Kundge­bung­steil­nehmenden der Partei „Die Rechte“ wur­den sofort durch die Polizei unter­bun­den.

Keine Unter­bringung in Bad Freien­walde geplant

Im Land Bran­den­burg, eben­so wie im gesamten Bun­des­ge­bi­et, wer­den in den näch­sten Monat­en mehr Geflüchtete aufgenom­men, als in den Vor­jahren. Deshalb wer­den in nahezu allen Land­kreisen Unterkün­fte aus- bzw. neuge­baut. Im Land­kreis Märkisch-Oder­land soll, eben dem beste­hen­den Heim in Garzau bei Straus­berg, noch ein zweites in Neuhard­en­berg entste­hen. Laut ein­er Über­sicht des RBB zur The­matik ist in Bad Freien­walde (Oder) bish­er, ent­ge­gen der Het­ze der Partei „Die Rechte“, kein Asyl­be­wer­ber­heim geplant. Allerd­ings ver­anstal­teten die „Recht­en“ bere­its am 16. Novem­ber 2013 eine Het­zkundge­bung gegen die Unter­bringung von Geflüchteten in Woh­nun­terkün­ften im benach­barten Oder­berg (Land­kreis Barn­im).

Fotos:

Press­eser­vice Rathenow

Chris­t­ian Jäger

Dan­ny Frank

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