1. Juli 2014 · Quelle: Opferperspektive

Prozess gegen bekannten Neonazi aus Spremberg

Am Mittwoch, den 2. Juli um 13.30 Uhr wird am Amtsgericht Cottbus der Prozess gegen den in Spremberg als Neonazi bekannten Martin G. fortgesetzt.

G. ist angeklagt wegen der Beteili­gung an einem gewalt­täti­gen Über­griff auf einen Jugendlichen mit rumänis­chem Migra­tionsh­in­ter­grund im Jahr 2012 und einem ras­sis­tisch motivierten Angriff auf einen Jugendlichen im Jahr 2013. In Sprem­berg ist G. berüchtigt und gefürchtet wegen sein­er bru­tal­en, von ras­sis­tis­chen und recht­en Motiv­en getra­ge­nen Angriffe v.a. auf nicht-rechte Jugendliche. Damit ist er ein­er der Pro­tag­o­nis­ten, die das in Sprem­berg herrschende Kli­ma der Gewalt und Ein­schüchterung zu ver­ant­worten haben. Der erste Ver­hand­lungstag gegen G. und zwei weit­ere Beschuldigte, am 19. Juni 2014, zeigte ein­drück­lich wie dieses Kli­ma der Angst bis in den Gerichtssaal nach Cot­tbus hinein­wirkt. So wur­den die Zeug­In­nen im vorn­here­in durch Mar­tin G. per SMS bedro­ht keine belas­ten­den Aus­sagen zu täti­gen. Die Dro­hun­gen wirken auf die Zeug­In­nen u.a. deshalb beson­ders glaub­haft, weil diese alltäglich erleben, dass staatliche Insti­tu­tio­nen ihnen keinen Schutz bieten und die Täter nur sel­ten bestraft wer­den. Wie das Gericht mit dieser Erken­nt­nis umge­hen wird, ist noch offen. Neben diesen Dro­hun­gen wer­den die Betrof­fe­nen und Zeug­In­nen durch die lan­gen Wartezeit­en auf die Prozesse verun­sichert und belastet. Diese erschw­eren die Rekon­struk­tion der Angriffe und die Aufk­lärung der Tat­en. Für die Betrof­fe­nen bedeutet die lan­gen Wartezeit­en, dass sie nicht mit dem Angriff abschließen kön­nen und auch nach Jahren noch unter den psy­chis­chen Fol­gen der Tat lei­den. Der Vere­in Opfer­per­spek­tive wird das Ver­fahren weit­er beobacht­en und die Betrof­fe­nen unter­stützen, in der Hoff­nung, dass die Jus­tiz in Süd­bran­den­burg endlich einen adäquat­en Umgang mit neon­azis­tis­chen Inten­sivtätern find­et. Das wäre ein nötiger Schritt um die Atmo­sphäre der Angst und Ein­schüchterung in Süd­bran­den­burg aufzubrechen. Für die Betrof­fe­nen von rechter und ras­sis­tis­ch­er Gewalt wäre es das nötige Zeichen, dass diese men­schen­ver­ach­t­en­den Gewalt­tat­en nicht geduldet wer­den.

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