5. Februar 2007 · Quelle: Antifaschistische Gruppen Westhavelland

Prozess nach versuchtem Brandanschlag in Premnitz

Vor dem Landgericht Pots­dam find­et am Mittwoch, den 7. Feb­ru­ar 2007, ein Prozess gegen elf Neon­azis aus Rathenow, Prem­nitz und Havelsee statt, die in der Nacht vom 3. zum 4. Juni 2005 geplant hat­ten einen von linksalter­na­tiv­en Jugendlichen besucht­en Jugend­club in Prem­nitz mit Molo­tow­cock­tails zu über­fall­en.

Bere­its am frühen Abend hat­ten sich die Angeklagten Jens H., Nor­man W., Alexan­der K., Mar­cel G., Kevin H., Ramon K., Ben­jamin K., David Z., Andreas D., Sören S. und Peer D. sowie weit­ere Per­so­n­en aus den Stadt – und Land­kreisen Brandenburg/Havel, Havel­land und Pots­dam — Mit­tel­mark in Prem­nitz – Süd zusam­mengerot­tet, um von dort aus eine „Strafak­tion“ gegen den von ihnen gemiede­nen „Zeck­en­club“ zu starten. „Grund“ hier­für soll eine Schlägerei mit Punks in ein­er Nach­barge­meinde eine Woche zuvor gewe­sen sein, bei der die Neon­azis unter­la­gen.

Zwis­chen 22 Uhr abends und ein
1 Uhr mor­gens ver­sucht­en die Neon­azis nun immer wieder zum Club vorzu­drän­gen um das Gebäude und dessen Gäste anzu­greifen.
Die Aus­führung des verabre­de­ten Ver­brechens scheit­erte jedoch an der Aufmerk­samkeit eines Bürg­ers, der am Nahe gele­ge­nen See angelte. Die Polizei wurde informiert, einige Täter infla­granti erwis­cht und die deponierten Brand­waf­fen gefun­den.
Bei den aufge­grif­f­e­nen Neon­azis, die sich einige Monate später u.a. als “Anti Antifa Rathenow” und “Nationale Sozial­is­ten Prem­nitz” kam­er­ad­schaftsmäßig organ­isierten, wur­den dann im Weit­eren die Woh­nun­gen durch­sucht und sog­ar Haft­be­fehle beantragt. Trotz­dem kam es auch in der jüng­sten Ver­gan­gen­heit zu weit­eren Gewal­tak­tio­nen einiger nun vor dem Pots­damer Landgericht angeklagter Täter. Peer D., Ramon K., Alexan­der K., und Sören S. waren so beispiel­sweise an den mas­siv­en Über­grif­f­en auf linksalter­na­tive Gäste ein­er Diskothek in Rathenow am 16. Sep­tem­ber und 20. Okto­ber 2006 beteiligt.

Beschä­mender Weise
hat sich die Stadt Prem­nitz bish­er wed­er zu dem geplanten Über­fall auf ihren Jugend­club noch zu den weit­ere Untat­en der regionalen Neon­aziszene posi­tion­iert. Auch das dies­bezügliche Ver­hal­ten des Jugend­club­trägervere­ins „Pre­Ju e.V.“ ist zu kri­tisieren. Weit­er­hin ist näm­lich in dessen Satzung, die unmit­tel­bar nach dem geplanten Bran­dan­schlag geän­dert wurde, man­i­festiert, dass Per­so­n­en, die im Stadt­ge­bi­et Ärg­er mit Neon­azis hat­ten, im Club keine Zuflucht suchen dür­fen.

Die Ver­hand­lung gegen die elf Neon­azis find­et am 7., 12., 14., 22., 26., 28. Feb­ru­ar, 14. und 21. März sowie am 2. und 4. April 2007 jew­eils um 9.00 Uhr im Saal 015 / Landgericht Pots­dam statt.

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