24. Februar 2003 · Quelle: Berliner Zeitung / MAZ / Tagesspiegel

Prozess um Kajrats Tod verzögert sich

(Berlin­er Zeitung) NEURUPPIN


Der Prozess um den Tod des Rus­s­land­deutschen Kajrat Batesov in
Witt­stock verzögert sich weit­er. Die Neben­klage hat am Fre­itag beantragt,
einen weit­eren Zeu­gen zu hören. Der Mann soll über die Absprachen unter den
Angeklagten nach der Tat Auskun­ft geben kön­nen. Fünf junge Män­ner müssen
sich vor dem Landgericht Neu­rup­pin wegen gemein­schaftlichen Totschlags
ver­ant­worten. Sie sollen den 24-Jähri­gen vor ein­er Disko ver­prügelt haben
und ihm dann einen Feld­stein auf den Oberkör­p­er geschleud­ert haben. Batesov
starb drei Wochen später. Kein­er der Angeklagten will den Stein gewor­fen
haben. Das Urteil wird für den 3. März erwartet.

 

Wieder mauert ein Zeuge

Prozess um Aussiedler­tod fort­ge­set­zt

 

(MAZ) NEURUPPIN Im Prozess um den Tod eines Rus­s­land­deutschen vor dem Neu­rup­pin­er
Landgericht erk­lärte gestern Bun­deswehrsol­dat Tobias W., er habe vom
Tat­geschehen nichts mit­bekom­men. Der 20-Jährige hat­te am frühen Mor­gen des
4. Mai 2002 mehrmals Disko-Besuch­er vom Witt­stock­er Ort­steil Alt Daber mit
seinem Auto nach Hause gefahren. Zur Tatzeit hielt er sich in unmit­tel­bar­er
Nähe des Tatortes auf. Den­noch will er — wie so viele vor ihm — nicht
gese­hen haben, wie zwei junge Män­ner mit Schlä­gen, Fußtrit­ten und einem
Feld­stein attack­iert wor­den waren. Tobias W. beschuldigte jedoch einen
früheren Zeu­gen, gegen den wegen Falschaus­sage ermit­telt wird. Dieser habe
ihm gegenüber zugegeben, den Steinew­er­fer zu ken­nen. Der Tod des 24-jähri­gen
Kajrat Bate­sow war ver­mut­lich durch den 17,5 Kilo schw­eren Feld­stein
verur­sacht wor­den.

 

Auf­grund dieser Aus­sagen wurde auch gegen Tobias W. ein Ermit­tlungsver­fahren
wegen des Ver­dachts der Falschaus­sage ein­geleit­et. Am Mon­tag sollen als
let­zter Zeuge der Fre­und eines der Hauptbeschuldigten gehört und die
Plä­doy­ers von Anklage und Vertei­di­gung ver­lesen wer­den.

 

Wer warf den tödlichen Stein?
Der Prozess um den Tod des Aussiedlers Kajrat B. verzögert sich. Ein neuer
Zeuge soll aus­sagen

 

(Tagesspiegel) Neu­rup­pin / Witt­stock. Es ist der let­zte Ver­such, doch noch den Stein­wer­fer
zu ent­lar­ven. Mit ihrem Antrag, einen neuen Zeu­gen zu laden, haben gestern
die Anwältin­nen der Neben­kläger im Prozess zum Tod des Aussiedlers Kajrat B.
den Abschluss der Beweisauf­nahme hin­aus­geschoben. Nun soll am Mon­tag ein
Fre­und des Angeklagten Patrick Sch. im Landgericht Neu­rup­pin gefragt wer­den,
wer am 4. Mai 2002 in Witt­stock einen knapp 18 Kilo schw­eren Feld­stein auf
B. schleud­erte. Der Zeuge soll kurz nach der Tat bei einem Gespräch zwis­chen
Sch. und dem Mitangeklagten Marko F. dabei gewe­sen sein. Marko F. hat­te nach
wochen­lan­gen Aus­flücht­en plöt­zlich berichtet, Patrick Sch. habe ihm
gegenüber den Stein­wurf zugegeben. Nun hof­fen die Anwältin­nen der Mut­ter
Kajrat B. und eines weit­eren in der Tat­nacht geprügel­ten Aussiedlers, der
neue Zeuge kön­nte eben­falls Äußerun­gen von Sch. wiedergeben.

 

Bis zum Mittwoch hat­ten wed­er die Angeklagten noch ihre als Zeu­gen gehörten
Fre­unde sagen wollen, von wem Kajrat B. mit dem Brock­en trak­tiert wor­den
war. Die Staat­san­waltschaft ging bish­er davon aus, Marko F. habe den Stein
gewor­fen. Ob der neue Zeuge mehr sagt als die anderen Bekan­nten der
Angeklagten, ist jedoch fraglich. Der Mann aus Witt­stock sollte auf Wun­sch
der Kam­mer gestern noch im Gericht erscheinen, doch die Polizei kon­nte ihn
nicht find­en. Die Vor­sitzende Rich­terin Gisela Thaeren-Daig ver­mutete,
Prozesszuschauer hät­ten den Zeu­gen gewarnt. Die ursprünglich für gestern
geplanten Plä­doy­ers mussten ver­schoben wer­den. Das Urteil wird nun wohl erst
am 3. März verkün­det.

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