24. Oktober 2008 · Quelle: gegenrede.info

Punk gejagt, niedergeschlagen und getreten

Neu­rup­pin (ipr) Am heuti­gen Mittwoch müssen sich drei Gewalt­täter aus der recht­en Szene Tem­plins in ein­er Beru­fungsver­hand­lung wegen gefährlich­er Kör­per­ver­let­zung vor dem Landgericht Neu­rup­pin ver­ant­worten.

In den frühen Mor­gen­stun­den des 2. Novem­ber 2007 waren zwei Tem­plin­er Punks auf dem Heimweg vor dem EDE­KA-Laden in der Darg­ers­dor­fer Straße auf etwa zehn Mit­glieder der recht­en Szene getrof­fen. Die Recht­en erkan­nten die Iroke­sen­frisur der jun­gen Män­ner und macht­en Jagd auf sie. Bei­de ergrif­f­en sofort die Flucht. Einen beka­men die Recht­en zu fassen, schlu­gen ihn nieder und trat­en auf den am Boden liegen­den Punk ein. Der zweite Punk kon­nte der Meute entwischen und alarmierte die Polizei. Als die Beamten am Tatort erschienen, waren die recht­en Schläger bere­its ver­schwun­den.

Vier der Schläger hat­ten die Punks erkan­nt und bei der Polizei namentlich benan­nt. Bei Dreien, den Brüdern Matthias und Mar­tin M. und bei Patrick K., sah die Staat­san­waltschaft eine Tat­beteili­gung als erwiesen an und erhob Anklage.

Im Mai 2008 wur­den die drei Män­ner vor dem Amts­gericht Pren­zlau wegen gefährlich­er Kör­per­ver­let­zung zu mehrmonati­gen Frei­heitsstrafen verurteilt. Während der Ver­hand­lung macht­en die Angeklagten von ihrem Schweigerecht Gebrauch. Unab­hängig davon war das Gericht von der Schuld der Angeklagten überzeugt und verurteilte Matthias M. zu zehn Monat­en Frei­heit­sentzug. Mar­tin M. zu acht Monat­en Haft, die zu ein­er Bewährung auf zwei Jahre aus­ge­set­zt wurde. Die Brüder M. waren bis dahin laut der Staat­san­waltschaft in Neu­rup­pin nur durch das Ver­wen­den von Kennze­ichen ver­fas­sungswidriger Organ­i­sa­tio­nen ger­ingfügig in Erschei­n­ung getreten. Bekan­nt ist allerd­ings lediglich, dass ein­er der bei­den Brüder M. in ein­er Tem­plin­er Jugen­den­dein­rich­tung Straf­s­tun­den ableis­tete.

Bei dem drit­ten Angeklagten, Patrick K. lautete das Urteil zehn Monate Gefäng­nis. Dieses Straf­maß war allerd­ings zus­tande gekom­men, weil eine weit­ere vier­monatige Haft­strafe aus ein­er vorheri­gen Verurteilung mit ein­be­zo­gen wurde. Alle drei Angeklagten legten Beru­fung ein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Heute ist Anne Frank Tag! Am 12. Juni 2019, dem Geburt­stag von Anne Frank, engagierten sich auch zahlre­iche Schulen gegen Ras­sis­mus — Schulen für Courage, für eine demokratis­che Gesellschaft ohne Anti­semitismus und Ras­sis­mus.
Vom 31.05.–09.06. befand sich die Rotzfreche Asphaltkul­tur auf „Antifrak­tour“ durch Meck­len­burg-Vor­pom­mern und Bran­den­burg. Das Ziel war es, soziale Missstände sicht­bar zu machen, und regionale Aktivist*Innen zu unter­stützen.
Im Land Bran­den­burg gibt es eine Vielzahl an Erin­nerungsstät­ten, Gedenkstät­ten und Frieden­höfen, die an die Befreiung von Ortschaften und Konzen­tra­tions- bzw. Außen­lager erin­nern. Mit dem 8. Mai jährt sich der Tag der Befreiung vom NS.

Opferperspektive

Termine für Potsdam

NSUwatch Brandenburg

Termine für Berlin

Netzwerk Selbsthilfe

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot