9. Dezember 2007 · Quelle: Inforiot

Rainald Grebe, nur etwas freundlicher

INFORIOT Nun ist es schon einige Zeit her, dass der bish­er
tre­f­fend­ste Song über das Land Bran­den­burg veröf­fentlicht wurde. Rainald
Grebes Hymne “Bran­den­burg”
fasst in witzi­gen und gle­icher­maßen
bedrück­enden Worten zusam­men, wie stick­ig das Leben hier ist. Allen,
die etwas helle sind, kann die Einöde, die Leere, die Eng­stirnigkeit
nur auf die Laune schla­gen.

Es gibt Konkur­renz für Grebe! Auf ein­er kür­zlich erschiene­nen CD
gibt´s ein Lied, welch­es das Bran­den­burg-Syn­drom char­mant beschreibt.
“Bernd am Grill” heißt der Song. Bernds Lei­den­schaft ist das Grillen.
Am lieb­sten auf dem Dorffest: “Ick hab die Schürze um, ick dreh die
Würschte um, ick bin der Bernd und steh am Grill”. Richtig was los,
“da kam sog­ar aus´m Nach­bar­dorf Besuch”. Selb­st die lokale Promi­nenz
lässt sich blick­en, “unser Bürg­er­meis­ter, ziem­lich fett und Schulze
heiß­ta”. Es ist ein ganz liebevoller Text (mit Lovesto­ry!) aber
zwis­chen den Noten merkt man, dass so ein Dorffest dann doch
über­haupt keinen Spaß macht. Hirn­los ist das und eigentlich sollte man es nicht mögen kön­nen. Ein klein­er Has­s­ge­sang auf die Dumpfheit vielerorts -
das kann man zumin­d­est hinein­in­ter­pretieren.

Das Lied stammt von einem Pots­damer Song­writer-Duo mit dem schö­nen
Namen Hasen­scheiße.
Auf Myspace
gibt´s das Ganze zum Online hören (und auf Youtube ein Video in mit­tlerer Qual­ität). Hasen­scheiße sind Matze und
Chrishi (der schon bei Lex Bark­er
Expe­ri­ence
spielte).

Die Debut-CD “Für eine hand­voll Köt­tel”, auf der “Bernd am Grill”
enthal­ten ist, hat noch etliche weit­ere genau­so quatschige Stücke zu
bieten. Vor allem geht es um fre­undliche Com­e­dy. Manch­mal scheint die
Poli­tik aber deut­lich­er als bei “Bernd am Grill” durch. In “Die Waden
eines Bar­den” sagen Hasen­scheiße, dass sie “für keinen Ruhm und keine
Ehre und keinen Hunger­lohn” für “Ehre, Kam­er­ad­schaft, Diszi­plin” zu
haben sind. Ordentlich antipreußisch wird einem Armee-Rekru­tier­er
eine Abfuhr erteilt: “Er wollte mich zum Kriege schick­en doch ich
sagte zu ihm: Fick­en!”

Hasen­scheiße spie­len am 23. Dezem­ber in Pots­dam im Spar­ta­cus
Club
(Schloßs­traße 13). Die CD gibt es unter anderem hier zu bestellen.

Kurze Anmerkung in eigen­er Sache: Plat­tenbe­sprechun­gen sind auf Infori­ot bish­er eher sel­ten zu find­en. Bei Gele­gen­heit und Muße wer­den wir dies kün­ftig öfter machen. Wir freuen uns auf Hin­weise und Ange­bote per Mail.

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