8. September 2005 · Quelle: Polizeibericht

Rasche Graffiti-Beseitigung soll Sprayern die Lust an Schmierereien nehmen

Innen­min­is­ter Jörg Schön­bohm will den Kampf gegen Graf­fi­ti-Schmier­ereien unter Auss­chöp­fung aller rechtlichen Möglichkeit­en kon­se­quent ver­schär­fen. „Graf­fi­ti und andere Schmier­ereien verur­sachen einen erhe­blichen finanziellen Schaden. Sie ver­schan­deln das Bild unser­er Städte und Dör­fer. Sie sind ein Ärg­er­nis und beein­trächti­gen auch das Sicher­heits­ge­fühl der Bürg­erin­nen und Bürg­er“, betonte Schön­bohm heute in Pots­dam.

Der Innen­min­is­ter selb­st hat alle Behör­den, Ein­rich­tun­gen und Lan­des­be­triebe in seinem Geschäfts­bere­ich per Erlass angewiesen, Graf­fi­ti an den Dien­st­ge­bäu­den sofort zu ent­fer­nen. Die Schmier­ereien wer­den in jedem Fall zur Anzeige gebracht. Den Tätern dro­hen zudem Schaden­er­satzansprüche. Er forderte Woh­nungs­ge­sellschaften, Behör­den und pri­vate Haus­be­sitzer auf, Schmier­ereien dem Beispiel fol­gend rasch anzuzeigen und zu beseit­i­gen. „Helfen Sie mit, dass wir den Kampf gegen die Schmier­er gewin­nen.“

„Entschei­dend für den Erfolg gegen die Graf­fi­ti-Täter ist nicht zulet­zt die schnelle Reak­tion der Geschädigten. Mit ein­er schnellen Ent­fer­nung von Graf­fi­tis­chmier­ereien wird den ille­galen Sprayern ein Teil ihrer Tat­mo­ti­va­tion genom­men“, unter­strich Schön­bohm. Er kündigte fern­er an, dass „Polizei und Ord­nungs­be­hör­den kün­ftig in noch inten­siver­er Zusam­me­nar­beit gegen Graf­fi­ti und Räume öffentlich­er Ver­wahrlosung vorge­hen wollen“. Graf­fi­ti-Schmier­ereien kön­nen nach ein­er auch von Innen­min­is­ter Schön­bohm lange geforderten Strafge­set­zbuchän­derung inzwis­chen regelmäßig als Sachbeschädi­gung ver­fol­gt wer­den.

Die Polizei geht inzwis­chen zum Teil mit beson­deren Ermit­tlungs­grup­pen gegen die ille­galen Sprayer vor. So wer­den etwa im Schutzbere­ich Pots­dam alle Graf­fi­ti-Schmier­ereien fotografisch erfasst und in eine Daten­bank eingestellt. Beson­ders die Schmier­er, die u. a. öffentliche Verkehrsmit­tel, Häuser, Schilder, Bahn­höfe oder Brück­en mit Namen­skürzeln oder Logos verse­hen, bere­it­en die größten Prob­leme.

Im ver­gan­genen Jahr war ein deut­lich­er Zuwachs von Straftat­en im Zusam­men­hang mit Graf­fi­ti zu verze­ich­nen. Ins­ge­samt reg­istri­erte die Polizei 6.127 Straftat­en mit Graf­fitibezug nach 4.469 Fällen im Jahr 2003. Es han­delt sich dabei nur um Fälle, bei denen der Anfangsver­dacht ein­er Sachbeschädi­gung bejaht wurde. Die Aufk­lärungsquote lag bei 45,7 Prozent.

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