28. März 2004 · Quelle: MAZ

Rassismus in Szene gesetzt

(MAZ, 26.03.) TREUENBRIETZEN Die Pro­jek­t­woche gegen Ras­sis­mus hat Tra­di­tion und bringt bei
den Schülern immer wieder neue Ideen her­vor. Seit­dem das Treuen­bri­et­zen­er
Gym­na­si­um “Am Burg­wall” den Titel “Schule ohne Ras­sis­mus, Schule mit
Courage” trägt, wid­men sich Jun­gen und Mäd­chen der einzel­nen Jahrgangsstufen
ein­mal jährlich während ein­er Pro­jek­t­woche inten­siv den Prob­le­men von
Frem­den­feindlichkeit und Gewalt in ver­schieden­er Weise.

“Wer wegschaut, macht mit”, “Was ist dein Anteil? Es gibt nur eine Erde”
oder “Deutsch­land, was ist das? Respekt, Weltof­fen­heit, Tol­er­anz”, lauteten
einige der The­men, denen sich die Schü­ler­grup­pen in diesem Jahr gestellt
hat­ten.

Philipp Mark­endorf sowie Robert Benedikt und weit­ere Mitschüler aus der
Klasse 10 b greifen dies­mal zur Videokam­era. Einen zir­ka 30 Minuten lan­gen
Film wollen sie pro­duzieren. Erzählen wird er die Geschichte eines Jun­gen,
der neu in eine Klasse kommt, dort gemobbt wird und daraufhin Halt und
Anerken­nung in der recht­en Szene sucht. Immer tiefer rutscht er dabei jedoch
in Prob­leme hinein, die schließlich für ihn zu einem schlim­men Ende führen.

Das von den Jun­gen gemein­sam mit ihren Mitschü­lerin­nen Sab­ri­na Bock und Anne
Grieß­mann ver­fasste Drehbuch dazu ist bere­its fer­tig. Die Darsteller ste­hen
bere­it. Wenn alles glatt läuft, kön­nte das Roh­ma­te­r­i­al in zir­ka zwei Wochen
aufgenom­men sein, hofft Philipp Mark­endorf. Doch danach begin­nt die
eigentliche Arbeit, wis­sen die Jung­filmer aus Erfahrung. Denn für eine
Minute fer­ti­gen Film müssen sie fünf Minuten Arbeit investieren. Per
Videokam­era aufgenom­men und mit herkömm­lichen Reko­rdern geschnit­ten, geht
dafür manch ein Woch­enende drauf, an dem sich die bei­den Filmemach­er daheim
bei Philipp in Freien­thal bei Brück voll in die Arbeit stürzen. Eine
dig­i­tale Kam­era, die sich an einen Com­put­er anschließen lässt und bei
Philipp bere­its auf der Wun­schliste ste­ht, wird die Arbeit dem­nächst
vere­in­fachen.

Als Drehort für ihre Geschichte haben die Schüler den Klassen­raum und das
Schul­ge­bäude auserko­ren. Die Akteure für den Kurz­film sind die Mitschüler.
Jed­er ist willkom­men und kann sich ein­brin­gen.

Erfahrun­gen für die Pro­duk­tion brin­gen Robert und Philipp mit. Nicht zum
ersten Mal haben die bei­den Unter­richtsstoff in filmis­che Sequen­zen
umge­set­zt. Szenen aus Schillers “Die Räu­ber” und aus “Romeo und Julia” haben
sie für den Deutschunter­richt bear­beit­et. Auch eine Sport­sendung ent­stand in
ihrer Regie.

Für die Schublade pro­duzieren die Jung­filmer ihren neuesten Streifen jedoch
dies­mal nicht. Vielmehr soll er kün­fti­gen Gen­er­a­tio­nen von Schülern
vorge­führt wer­den, die mit der siebten Klasse neu an die Schule kom­men und
so ein Beispiel der Pro­jek­tar­beit gegen Ras­sis­mus ken­nen ler­nen kön­nen,
erzählt Philipp Mark­endorf. Der 15-Jährige möchte aus seinem heuti­gen Hob­by
wom­öglich später einen Beruf machen und nach einem Studi­um Dig­i­talde­sign­er
wer­den.

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