7. Februar 2003 · Quelle: Opferperspektive

Rassistischer Angriff auf Ska-Band in Cottbus am 11.2. vor Gericht

Zwei Jahre und vier Monate nach dem Angriff auf Mit­glieder der Berlin­er Ska- und Reg­gae­band Moth­ers Pride find­et am

11. Feb­ru­ar 2003,

12.30 Uhr,

im Amts­gericht Cot­tbus

(Vom-Stein-Str. 31, Saal 209)

das Ver­fahren gegen vier der mut­maßlichen Schläger wegen gefährlich­er Kör­per­ver­let­zung statt.

Fünf Mit­glieder der Band wur­den in Cot­tbus am 19. Novem­ber 2000 nach einem Konz­ert im Klub “E‑Werk” ange­grif­f­en. Der dunkel­häutige Bassist wurde unter anderem als
“Nig­ger­schwein”, die Fre­undin eines Band­mit­gliedes als “Nig­ger­schlampe” beschimpft. Die Angreifer schlu­gen und trat­en dabei mehrfach auf ihre Opfer ein. Vier der Opfer
mussten sich mit teil­weise schw­eren Prel­lun­gen in ambu­lante Behand­lung begeben.

Der Vere­in Opfer­per­spek­tive begrüßt, dass die Tat nun endlich vor Gericht ver­han­delt wird. Sprech­er Kay Wen­del bedauert gle­ichzeit­ig die lange Dauer des Ver­fahrens:

Diese “Wartezeit” lässt die Opfer über Jahre im Ungewis­sen. Sie bestärkt bei ihnen das Gefühl, nicht ernst genom­men zu wer­den. Den Tätern dage­gen kann ihr Han­deln fürs
erste fol­gen­los erscheinen. Zudem müssen wir annehmen, dass der große zeitliche Abstand zur Tat nicht dazu beiträgt, die ras­sis­tis­che Moti­va­tion des Angriffs in der
Ver­hand­lung aufzuk­lären.

Opfer­per­spek­tive

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Wir machen weit­er wie bish­er!

(Inter­view mit Moth­ers Pride, geführt nach dem Angriff; NHZ, Feb­ru­ar 2001)

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