13. Februar 2017 · Quelle: Presseservice Rathenow

Rathenow: Peinliche Videoaktion der “Patrioten Cottbus”

In der ver­gan­genen Woche veröf­fentlicht­en die „Patri­oten Cot­tbus“ auf ihrem Social­me­dia-Pro­fil ein ein­minütiges Video, in dem Akteure der Gruppe „helden­haft“ eine Parole auf eine Mauer sprüht­en. Das Film­doku­ment (https://www.facebook.com/1801007430170823/videos/1876720775932821/)zeigt die Aktion aus der Täter­per­spek­tive und hat mit­tler­weile unge­fähr 22.000 Aufrufe. Allerd­ings dürfte dies weniger an der äußerst unspek­takulären Aktion ansich liegen, son­dern eher an der unfrei­willi­gen Slap­stick der unbekan­nten Akteure. Entsprechend humor­voll gestal­teten sich die meis­ten Reak­tio­nen in der Kom­men­tarspalte. Wohl auch, weil die Veröf­fentlichung des Videos im Social­me­dia mit äußerst unpa­tri­o­tis­ch­er Rechtschrei­bung („Patri­oten Deutsch­land hat wie ein Zeichen geset­zt!!!“) unter­legt war.
Rathenow statt Cot­tbus-Sandow

2017.02.11 Rathenow Parole Berliner Str

Merkel muss weg“-Parole der „Patri­oten Cot­tbus“ in der Berlin­er Straße in Rathenow.


Doch nicht nur der eher pein­liche Film­dreh und das ambiva­lente Ver­hält­nis zur deutschen Sprache geri­eten zum Mega-Fail der selb­ster­nan­nten „Patri­oten Cot­tbus“, son­dern auch der ver­meintliche Aktion­sort. Denn die Mauer, die besprüht wurde, befind­et sich gar nicht, wie angegeben, in Cot­tbus-Sandow, son­dern vielmehr in der havel­ländis­chen Kreis­stadt Rathenow. Die Ein­friedung gehört zum Rathaus in der Berlin­er Straße. Und auch der auf der Mauer gesprühte Slo­gan: „Merkel muss weg und Seger – Scheiss Asyl“ (Rechtschrei­bung im Orig­i­nal) hat eher eine Schnittstelle zur Lokalpoli­tik in Rathenow, als in Cot­tbus. Mit „Seger“ dürfte näm­lich der Rathenow­er Bürg­er­meis­ter Ronald Seeger (CDU) gemeint sein, der im benach­barten Rathaus sein Amt ausübt.
Verbindun­gen zu ähn­lichen Sprühak­tio­nen
Es ist übri­gens nicht das erste mal, dass Parolen mit dem Slo­gan „Merkel muss Weg“ im Raum Rathenow ange­bracht wur­den. Unbekan­nte hat­ten diese Parole dort bish­er an min­destens 21 Stellen, vor allem auf Aus­fall­straßen aus der Stadt, ange­bracht. Auch bei diesen Slo­gans war die „alter­na­tive“ Rechtschreib­vari­ante markant. Gefasst wur­den der oder die Täter bish­er jedoch noch nicht. Erste Reini­gungs­maß­nah­men der Straßen­meis­terei sollen, nach Angaben der Märkischen All­ge­meinen Zeitung vom 29. Juli 2016, jedoch bere­its ca. 4.000,00 Euro ver­schlun­gen haben.
Rathenow­er Fußball­fan als Haup­tak­teur
2016.03.09 Potsdam POGIDA und Proteste (34)

Lutz M. ist beken­nen­der Fußball Fan. Hier während eines POGI­DA-Aufzug im März 2016 in Pots­dam.


Als Haup­tak­teur der „Patri­oten Cot­tbus“ gilt der Selb­st­ständi­ge Lutz M. aus Rathenow. Er beken­nt sich durch das Tra­gen von entsprechen­den Klei­dungsauf­druck­en zu dieser Gruppe bzw ist auf mehreren Fotos, die auf deren Social­me­dia-Pro­fil ver­bre­it­et wer­den, in ein­deuti­gen Posen zu sehen. Fern­er ver­anstal­tete M. am 15. Okto­ber 2016 mit 34 weit­eren Gesin­nungsgenossen eine Ver­samm­lung der „Patri­oten Cot­tbus“ in Cot­tbus. Eine weit­ere Ver­anstal­tung sei in Pla­nung.
M. wurde in Rathenow vor allem durch das hier seit Okto­ber 2015 auftre­tende rechte „Bürg­er­bünd­nis Havel­land“ poli­tisch geprägt. Bis zum Früh­jahr 2016 nahm er an nahezu jed­er Ver­samm­lung dieser inzwis­chen zu einem Vere­in gewach­se­nen Grup­pierung teil. Mehrfach trug M. dabei das Front­ban­ner des „Bürg­er­bünd­niss­es Havel­land“, immer erkennbar an der Mütze mit dem Auf­druck ein­er bekan­nten Cot­tbusser Fußball­mannschaft. Dies scheint übri­gens auch seine per­sön­liche Hauptverbindung zur Stadt Cot­tbus zu sein. Eine weit­ere existierte zeitweise über eine jet­zt in Berlin aktive Cot­tbusserin im BÄRGIDA Umfeld.
Auch wenn er in Rathenow, u.a. auf­grund sein­er pein­lichen Live-Berichter­stat­tun­gen aus der Küche, über­haupt nicht ernst genom­men wird und selb­st im eige­nen Milieu viel Häme ein­steck­en muss, ist  bei M.seit ger­aumer Zeit eine stetige Radikalisierung festzustellen. Gerne tritt er im Stadt­ge­bi­et ver­mummt auf, pöbelt und dro­ht oder posiert auf einem Social­me­dia-Bild­nis mit ein­er Schusswaffe.Auf let­zt genan­ntem Foto ist M. übri­gens mit einem Pullover gek­lei­det, dessen markan­ter Auf­druck auch in der Anfangsse­quenz des ein­gangs erwäh­n­ten Videos zu erken­nen ist.
2016.08.04 Socialmedia Lutz M

Bish­er nur Inter­net­mil­i­tanz: Lutz M. mit Schuss­waffe (Screen­shot seines Social­me­dia-Pro­fils)

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