7. Juni 2017 · Quelle: Presseservice Rathenow

Wir sind noch immer da“

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Unter dem Mot­to: „Wir sind noch immer da“ ver­sam­melte sich ab 18.30 Uhr wieder die rechte Vere­ini­gung „Bürg­er­bünd­nis Havel­land eV“ in Rathenow. An der angemelde­ten Ver­anstal­tung auf dem Märkischen Platz  nah­men unge­fähr 25 Per­so­n­en teil. Dreivier­tel der Teil­nehmenden stammte aus Rathenow und Umge­bung, ein Vier­tel war aus Berlin, darunter Sym­pa­thisierende des extrem recht­en „Bärgi­da eV“, von „Hand in Hand“ und der „Bürg­er­be­we­gung Pro Deutsch­land“, angereist.
Eröffnet wurde die sta­tionäre Kundge­bung durch den Ver­samm­lungsleit­er Ralf Maasch. Er ver­las die polizeilichen Aufla­gen und wies auf kom­mende Ver­anstal­tun­gen der extrem recht­en „Iden­titären Bewe­gung“ und „Wir für Deutsch­land“ in Berlin hin. Anschließend fol­gte der erste Rede­beitrag.
Eine aus Berlin zugereiste Red­ner­in sollte sich eigentlich zu der Frage: „BRD – Sinn oder Unsinn“ äußern, hat­te sich aber tat­säch­lich zu ein­er anderen The­matik vor­bere­it­et. So schwadronierte sie, anknüpfend an Stich­worte aus der Pro­gram­matik der „Iden­titären Bewe­gung“, vom „großen Aus­tausch“ der Bevölkerung und rief zur Grün­dung von „Bürg­er­wehren“ auf. Friedlich sei in diesem Land ohne­hin nichts mehr zu lösen, die Bun­desre­pub­lik sei zudem „ein linksver­siffter ter­ror­is­tis­ch­er Staat“, so die Red­ner­in. Jus­tizmin­is­ter Maas belei­digte sie zudem als „Arsch“.
Nach einem kurzen musikalis­chen Zwis­chen­spiel  fol­gte dann der Rede­beitrag eines Dok­tors, der in sein­er sehr sub­jek­tiv gefärbten Mei­n­ungsäußerung die ange­blich fehlende Mei­n­ungs­frei­heit in der Bun­desre­pub­lik beklagte. Weit­er­hin äußerte er sich zur Dres­den­er PEGI­DA-Bewe­gung und empörte sich über ange­blich geplante Maß­nah­men gegen die extrem rechte Vere­ini­gung.
Nach einem weit­eren musikalis­chen Zwis­chen­spiel hielt nun der Ver­samm­lungsleit­er Ralf Maasch einen Rede­beitrag, in dem dieser seine Mei­n­ung zu gesellschaft­spoli­tis­chen Neuigkeit­en aus nah und fern, wie dem Umbau eines Kreisverkehrs in Rathenow-West, zunehmender Dro­gen­prob­lematik in der Rathenow­er City oder der kurzzeit­i­gen Unter­brechung eines Rock­konz­ertes in Rhein­land-Pfalz durch ver­meintliche Dschi­hadis­ten, kund­tat.
Anschließend wurde das Lied: „Ein Rose für mein Deutsch­land“ gespielt, in dem die ehe­ma­lige „nationale Lie­der­ma­cherin“ Anett Müller in ein­er Textzeile bekan­nte, dass sie die „NPD wäh­le“. Maasch sang fröh­lich mit. Eigen­em bekun­den nach, sei dies sein Lieblingslied. Ironie der Geschichte: Sän­gerin Anett soll inzwis­chen der NPD den Rück­en gekehrt und die Szene ver­lassen haben. In Vorträ­gen vor Schülern warne sie mit­tler­weile vor „rechter“ Musik als Ein­stiegs­droge.
Wohl war, in Rathenow erfreut sich ihre dama­lige Lyrik bester Beliebtheit und umrahmt die mut­maßlich ras­sis­tisch motivierten Mei­n­ungsäußerun­gen der Bürg­er­bünd­nis-Vere­ini­gung. Dumpfer Ras­sis­mus, der beispiel­sweise zu Tage tritt, wenn Vere­in­skassen­wart Wolf­gang Hoppe im let­zten Rede­beitrag des Tages mit reißerischen Sto­ries ins­beson­dere vor Men­schen mit dun­kler Haut­farbe „warnt“.
Eine Massen­be­we­gung ist das „Bürg­er­bünd­nis Havel­land“ jedoch freilich nicht mehr. Den­noch hat es durch seine regelmäßi­gen Ver­samm­lun­gen für eine Bele­bung im extrem recht­en Milieu gesorgt. Die aus dem „Bürg­er­bünd­nis Havel­land“ ent­standene Orts­gruppe „Autonomer Nation­al­is­ten“ in Rathenow hin­ter­lässt beispiel­sweise immer deut­lich­er ihre Spuren in der Stadt. Erst am ver­gan­genen Woch­enende waren an ein­er Schallschutz­mauer mehrere neon­azis­tis­che und extrem rechte Parolen mit Sprüh­farbe ange­bracht wor­den. In der Nähe waren zudem Stick­er über­re­gion­al aktiv­er Grup­pen „Autonomer Nation­al­is­ten“ auf denen u.a. eine „NS Zone“ propagiert wurde, ange­bracht wor­den.
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