4. November 2004 · Quelle: MAZ

Recht ströme wie Wasser

25. Öku­menis­che Friedens­dekade wid­met sich dem The­ma Asyl in Bran­den­burg

Das Asyl in der Kirche ist nicht unum­strit­ten, doch in vie­len Fällen für die
Betrof­fe­nen eine let­zte Chance, dass ihre Anrechte nochmals gründlich
geprüft wer­den und sie so ein­er vorschnellen Abschiebung ent­ge­hen. Die
diesjährige bun­desweite 25. Öku­menis­che Friedens­dekade unter dem Bibelz­i­tat
“Recht ströme wie Wass­er” hat sich in Pots­dam ganz diesem The­ma
ver­schrieben. Vor Jour­nal­is­ten stell­ten Stadtkirchenp­far­rer Markus Schütte,
die Aus­län­der­seel­sorg­erin Annette Flade und die Gemein­de­päd­a­gogin Monique
Tin­ney das Pro­gramm für die Friedens­dekade vor, die am Fre­itag begin­nt und
tra­di­tionell am 17. Novem­ber, dem Buß- und Bet­tag, endet.

Den Auf­takt bildet die Eröff­nung der Ausstel­lung “20 Jahre Asyl in der
Kirche” in der Franzö­sis­chen Kirche. Auf 16 Fah­nen hat die Öku­menis­che
Bun­de­sar­beits­ge­mein­schaft Anliegen und Geschichte des Kirchenasyls
dargestellt. Nach der Eröff­nung wan­dern je drei bis vier Fah­nen an
öffentliche Orte: In die Stadt- und Lan­des­bib­lio­thek, ins Alte Rathaus, in
die Abend­schule, die Fach­hochschule Pots­dam und die Niko­laikirche, so
gestern Stadtkirchenp­far­rer Schütte. Zusam­menge­führt wer­den die
Ausstel­lungsstücke am 17. Novem­ber beim öku­menis­chen Abschlussgottes­di­enst
in der Frieden­skirche, bei dem der Gen­eraldirek­tor der Schlösser­s­tiftung,
Hart­mut Dorg­er­loh, die Tra­di­tion der “Bürg­er­predigt” fort­set­zen wird.

Ein Schw­er­punkt der Dekade wird eine the­ma­tis­che Nacht im Film­mu­se­um am
Mittwoch, dem 10. Novem­ber sein: Der Doku­men­tarfilm des Defa-Regis­seurs
Andreas Voigt “Invis­i­ble” (“Unsicht­bar”) feiert Pre­miere. Der Regis­seur will
im Anschluss mit dem RBB-Mod­er­a­tor Tim Jäger und Betrof­fe­nen über seinen
Film, in dem er Flüchtlinge porträtiert hat, disku­tieren. Zu sehen sind
weit­er­hin “Lichter”, ein deutsch­er Spielfilm über das Schick­sal von
Flüchtlin­gen an der deutsch- pol­nis­chen Gren­ze in Frank­furt (Oder) und “In
this world”, ein britis­ch­er Spielfilm über die Flucht zweier Afgha­nen aus
einem pak­istanis­chen Flüchtlings-Camp. Über die Sit­u­a­tion der Flüchtlinge in
Bran­den­burg wer­den am 12. Novem­ber in der Franzö­sis­chen Kirche der
Christ­demokrat und innen­poli­tis­che Sprech­er Sven Petke und die
Aus­län­der­beauf­tragten von Bran­den­burg und der evan­ge­lis­chen Kirche, Almut
Berg­er und Hans Thomä, debat­tieren. Gespräch­s­the­ma sind das neue
Zuwan­derungs­ge­setz sowie die noch immer ungek­lärte Zusam­menset­zung und
Auf­gaben der Bran­den­burg­er Härte­fal­lkom­mis­sion. Weit­ere Ver­anstal­tun­gen sind
am morgi­gen Fre­itag das The­ater­stück “Human Bomb­ing” im Gemein­de­haus
Babels­berg und das Requiem “Sich fügen heißt lügen” von Klaus Hugler und
Isabel Neuen­feldt mit Tex­ten von Erich Müh­sam in der Sternkirche. rob

Weit­ere Infor­ma­tio­nen unter www.evkirchepotsdam.de.

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