14. Februar 2004 · Quelle: Antifa Autorenkollektiv

Rechte Aktivitäten um und in Rathenow: Tendenz weiter steigend


Zum inzwis­chen fün­ften Mal veröf­fentlicht das Antifaschis­tis­che Autorenkollek­tiv einen Jahres­rück­blick, der über Recht­sex­trem­is­mus im west­lichen Teil des Bran­den­burg­er Land­kreis­es Havel­land berichtet. Die Online-Broschüre beschäftigt sich schw­er­punk­t­mäßig mit den Aktiv­itäten der west­havel­ländis­chen Kam­er­ad­schaft­szene. Hier ist vor allem eine Ver­fes­ti­gung der schon seit 2001 und 2002 begonnenen Entwick­lung zu Aktion­s­mustern, wie sie “Freien Nation­al­is­ten” im Kampf um poli­tis­chen Ein­fluss angewen­det wer­den, zu beobacht­en.

Ins­beson­dere geplante oder strate­gis­che Aktio­nen sind hier zu erwäh­nen, die vor allem zu bes­timmten Dat­en in und um die Geschichte des Nation­al­sozial­is­mus in Deutsch­land wahrzunehmen waren.

Der 8.Mai, der Todestag von Rudolf Hess im August sowie der “Heldenge­denk­tag” im Novem­ber haben sich schon seit 2001 als solche regelmäßi­gen Zeit­punk­te etabliert, an dem Rathenow flächen­deck­end mit NS-Pro­pa­gan­da über­schüt­tet wird. Solche Aktio­nen steigerten sich 2003 quan­ti­ta­tiv.

Allein 1633 recht­sex­treme Aufk­le­ber wur­den im zurück­liegen­den Jahr ent­fer­nt, fast dreimal soviel wie 2002 und mehr als sechs­mal soviel wie 2001.

Ori­en­tiert haben sich Recht­sex­trem­is­ten im West­havel­land 2003 dabei vor allem an den so genan­nten “Freie Nation­al­is­ten”, die bun­desweit ähn­liche Pro­pa­gan­dashows abhal­ten und sich außer­halb der “etablierten” recht­sex­tremen Parteien organ­isieren.

Nichts desto trotz kön­nen aber auch direk­te oder sym­pa­thisierende Aktiv­itäten von oder zu Gun­sten von Organ­i­sa­tio­nen wie DVU und auch NPD nachgewiesen wer­den. Die DVU hat inzwis­chen sog­ar einen “Kreisver­band Havel­land” gegrün­det, der poli­tisch jedoch nur im Inter­net und in Rathenow ver­bre­it­ete Aufk­le­ber auffiel.

Seit 2002 neu in der recht­en Parteien­land­schaft des West­havel­lan­des ist die soge­nan­nte “Partei Rechtsstaatlich­er Offen­sive”, die 2003 hier auch zu den Kom­mu­nal­wahlen antrat und ein Kreistags­man­dat erlangte.

Die erhe­bliche Zunahme von (geziel­ten) poli­tisch recht­sex­tremen Aktiv­itäten wurde jedoch auch 2003, wie in den Vor­jahren auch von gewalt­täti­gen Über­grif­f­en und Auss­chre­itun­gen begleit­et. Haupt­feind­bild recht­sex­tremer Schläger waren im gesamten Jahresver­lauf 2003 vor allem Linksori­en­tierte oder ver­meintlich linksori­en­tierte Jugendliche. Dabei kam es zum Teil zu den schw­er­sten Auseinan­der­set­zun­gen seit mehreren Jahren.

Angriffe auf Flüchtlinge, die im Jahr 2000 noch bun­desweit für Auf­se­hen sorgten, spiel­ten 2003 jedoch kaum noch eine Rolle.

Die Online­broschüre ist über fol­gen­den Link ein­se­hbar:

inforiot.de/westhavelland2003

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Antifaschis­tis­che Grup­pen im West­havel­land

c/o Freibeuter e.V.

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