13. Februar 2005 · Quelle: opferperspektive

Rechte Gewalt gegen ausländische Imbissbuden in Brandenburg

Seit dem Jahr 2000 hat die Opfer­per­spek­tive in Bran­den­burg über 60 Angriffe gegen Imbisse von aus­ländis­chen Betreibern reg­istri­ert. In allen Fällen, in denen die Täter ermit­telt wer­den kon­nten, waren Ras­sis­mus und Frem­den­feindlichkeit die Tatmotivationen. 

Die Opfer­per­spek­tive wen­det sich nun mit einem Infor­ma­tion­sheft an Ver­ant­wortliche in den Gemein­den und Kom­munen, an Ini­tia­tiv­en sowie einzelne Bürg­erin­nen und Bürg­er. Im Mit­telpunkt der 32-seit­i­gen, kosten­losen Broschüre ste­hen drei exem­plar­ische Analy­sen von Bran­dan­schlä­gen in ver­schiede­nen Kom­munen. Ihnen fol­gen Tipps für Betrof­fene sowie Empfehlun­gen dafür, wie die Betrof­fe­nen am sin­nvoll­sten unter­stützt wer­den können. 

Aus der Analyse: 

Ein straff organ­isiertes Täter­spek­trum, wie im Fall der zur Zeit vor dem Landgericht Pots­dam angeklagten Gruppe “Fre­icorps”, ist eher die Aus­nahme. Es dominieren vielmehr — wie auch bei anderen rechts motivierten Gewalt­tat­en — Täter­grup­pen, die spon­tan aus ras­sis­tis­ch­er oder frem­den­feindlich­er Moti­va­tion handeln. 

Bei den Opfern han­delt es sich meist um Einzelun­ternehmer, die mit einem hohen Geschäft­srisiko arbeit­en. In vie­len Gemein­den sind sie die einzi­gen wahrnehm­baren Aus­län­der. Beson­ders für Inhab­er freis­te­hen­der Imbiss­bu­den, die in der Regel über keine Ver­sicherung ver­fü­gen, kön­nen Anschläge ver­heerende ökonomis­che und soziale Fol­gen haben. 

Die Erken­nt­nisse basieren auf der Studie “Frem­den­feindliche und recht­sex­treme Über­griffe auf Imbiss­bu­den im Land Bran­den­burg”, die mit Unter­stützung des Aktions­bünd­niss­es gegen Gewalt, Recht­sex­trem­is­mus und Frem­den­feindlichkeit und der Aus­län­der­beauf­tragten des Lan­des von der Opfer­per­spek­tive in Auf­trag gegeben wurde. Im Rah­men der Unter­suchung wur­den von Juli bis Okto­ber 2004 ins­ge­samt 60 Inter­views geführt; 29 davon mit aus­ländis­chen Imbiss-Betreibern. 

Die Broschüre kann hier als pdf (725 KB) herun­terge­laden wer­den oder als Print (32 Seit­en) bestellt wer­den bei:

Aktions­bünd­nis gegen Gewalt, Recht­sex­trem­is­mus und Fremdenfeindlichkeit

Geschäftsstelle im Min­is­teri­um für Bil­dung, Jugend und Sport

Ste­in­str. 104–106

14480 Potsdam

aktionsbuendnis@mbjs.brandenburg.de

www.aktionsbuendnis.brandenburg.de

Opfer­per­spek­tive Brandenburg

Schloßstr. 1

14667 Potsdam

Tel: 0171–1935669

info@opferperspektive.de

www.opferperspektive.de

Auf bei­den Web­seit­en kann die Studie “Frem­den­feindliche und recht­sex­treme Über­griffe auf Imbiss­bu­den im Land Bran­den­burg” (96 Seit­en) als PDF-Datei herun­terge­laden werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Pots­dam — Die Demon­stra­tion am 3.1. richtet sich gegen eine Coro­n­apoli­tik die Prof­it­in­ter­essen vor effek­tiv­er Pan­demiebekämp­fung stellt und gegen die Proteste von Coronaleugner*innen, Nazis und Ver­schwörungs­gläu­bi­gen am Montagabend. 
Am let­zten Mon­tag waren in Pots­dam über 700 Men­schen auf der Straße, ohne sich und andere vor dem Coro­n­avirus zu schützen. Unter den Teilnehmer*innen waren nicht Spaziergänger*innen, son­dern Coronaleugner*innen, Verschwörungs-ideolog*innen.
Anlässlich des “Inter­na­tionalen Tages der Migrant:innen” und in Anlehnung an die Kam­pagne #Grue­nes­Licht­Fuer­Auf­nahme rufen die  Ini­tia­tiv­en “Women in Exile”, “Pots­dam Kon­voi” und die “See­brücke  Pots­dam” zu ein­er Demon­stra­tion auf.

Opferperspektive

Logo de rOpferperspektive Brandenburg

NSUwatch Brandenburg

Polizeikontrollstelle

Logo der Polizeikontollstelle - Initiative zur Stärkung der Grund- und Bürgerrechte gegenüber der Polizei

Netzwerk Selbsthilfe

Termine für Potsdam

Termine für Berlin

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot