21. Juni 2005 · Quelle: MOZ / MAZ

Rechte greifen alternative Jugendliche an

Fürsten­walde (MOZ) Im Polizeibericht ist es eine Auseinandersetzung
zwis­chen zwei Jugend­grup­pen, die Geschädigten reden von gezielten
Angrif­f­en rechts­gerichteter Täter auf alter­na­tive Jugendliche.
Übere­in­stim­mung beste­ht immer­hin darin, dass zwei Jugendliche mit
erhe­blichen Gesichtsver­let­zun­gen ins Kranken­haus gebracht wer­den mussten. 

Der Angriff in der Nacht zu Son­ntag habe eine neue Qual­ität erreicht,
“die wir im Jahr 2005 in Fürsten­walde nicht mehr für möglich gehalten
hät­ten”, sagt Michael Grabo, der in der Jugend­ba­sis alpha 1 arbeit­et, am
Mon­tag der MOZ. Jugendliche mussten auf­grund ihrer Ver­let­zun­gen ins
Kranken­haus ein­geliefert wer­den, einem Opfer wurde bis zur
Bewusst­losigkeit auf den Kopf getreten. Die Jugendlichen wurde mit
gefährlichen Gegen­stän­den attack­iert. Grabo hat­te sich mit den
Ange­grif­f­e­nen unter­hal­ten, Gedächt­nis­pro­tokolle angefertigt. 

Laut Polizeibericht sei es schon am Nach­mit­tag zu Streitigkeiten
zwis­chen den Jugendlichen gekom­men. “Kurz vor Mit­ter­nacht eskalierte der
Stre­it dann, es kam zu einem Angriff”, heißt es im Polizeibericht. Als
die Polizei — ins­ge­samt sieben Beamte darunter eine Hun­de­führere­in — am
Tatort im Stadt­park ein­traf fan­den sie drei ver­let­zte Jugendliche (16,
18 und 19 Jahre alt). “Die drei hat­ten zum Teil erhebliche
Gesichtsver­let­zun­gen”, so der Polizeibericht. 

Die Polizei nahm die Fah­n­dung auf und stellte in der Park­straße einen
24-Jähri­gen mit 1,43 Promille Alko­hol im Blut fest, gegen 2 Uhr noch
einen weit­eren, 21-jähri­gen Tatverdächti­gen mit 1,52 Promille. Beide
wur­den vor­läu­fig festgenom­men. Der jün­gere der bei­den Tatverdächtigen
gab sich geständig. Weit­ere Tatverdächtige wur­den im Laufe der Nacht
ermit­telt. Die Festgenomme­nen wur­den inzwis­chen entlassen. 

Aus den Gedächt­nis­pro­tokollen von zwei Ange­grif­f­e­nen lässt sich bei den
Tätern ein recht­sex­tremer Hin­ter­grund ableit­en. Schon am Nachmittag
waren die Jugendlichen aneinan­derg­er­at­en. Die späteren Täter riefen
mehrmals “Sieg heil!”, zeigten den Hit­ler­gruß. Sie pöbel­ten und drohten
“Zeck­en, wir töten euch” und “Ihr roten Schweine”. 

Kurz vor Mit­ter­nacht schlu­gen die ver­balen in hand­grei­fliche Angriffe
um. Zir­ka zehn Per­so­n­en seien gekom­men, so die Erin­nerung eines
Ver­let­zten. Ohne Vor­war­nung sei er ange­grif­f­en, geschla­gen und getreten
wor­den. “Ich lag auf dem Boden auf dem Bauch, da trat mir ein­er auf den
Kopf und schrie ‚Ihr werdet nie wieder das Maul auf­machen! Als ich kurz
hochschaute, trat mir ein Typ voll mit der Stahlkappe gegen mein Auge”,
heißt es in dem Gedächt­nis­pro­tokoll. Außer­dem sei ihm mit Flaschen auf
den Kopf geschla­gen wor­den. Ein ander­er erin­nert sich, dass ein
Angreifer beim Wegge­hen rief: “Das ist unser Land, ver­pisst euch von hier.” 

Laut Polizeiangaben dauern die Ermit­tlun­gen zum genauen Tather­gang noch an.
Dien­stag, 21. Juni 2005 (08:24)

Schlägerei zwis­chen Jugendgruppen

(MAZ) Fürsten­walde (Oder-Spree) In der Nacht zum Son­ntag wurde der Polizei gegen Mit­ter­nacht eine
Schlägerei im Fürsten­walder Stadt­park gemeldet. Nach ersten
Infor­ma­tio­nen han­delte es sich dabei um eine Auseinan­der­set­zung zwischen
zwei Jugend­grup­pen mit mehreren Per­so­n­en. Ins­ge­samt sieben Polizeibeamte
(darunter eine Hun­de­führerin mit Schutzhund) fuhren umge­hend in den
Stadt­park. Dort fan­den die Polizis­ten zunächst drei ver­let­zte junge
Män­ner (16, 18 und 19 Jahre alt). Die drei hat­ten zum Teil erhebliche
Gesichtsver­let­zun­gen, zwei von ihnen mussten sich in stationäre
Behand­lung begeben, sie kon­nten den Beamten jedoch den Her­gang schildern. 

Bere­its in den Nach­mit­tagsstun­den war es zu einem Stre­it zwis­chen den
Jugendlichen gekom­men. Kurz vor Mit­ter­nacht eskalierte der Stre­it dann.
Ein­er der Ange­grif­f­e­nen kon­nte schließlich flücht­en und informierte die
Polizei, daraufhin flo­hen die Angreifer. 

Die Polizis­ten fah­n­de­ten sofort nach den flüchti­gen Angreifern. Wenige
Minuten später wurde ein 24-Jähriger in der Park­straße gestellt. Ein
Alko­holtest ergab einen Wert von 1,43 Promille, der Mann wurde vorläufig
festgenom­men und zur Wache gebracht. Durch weit­ere Ermit­tlun­gen konnte
gegen 2 Uhr ein zweit­er Tatverdächtiger (21 Jahre alt) vorläufig
festgenom­men wer­den, bei ihm wurde ein Atemalko­hol­w­ert von 1,52 Promille
festgestellt. 

In ein­er späteren Vernehmung räumte der 21-Jährige ein, dass er den
18-Jähri­gen ange­grif­f­en und geschla­gen hat­te. Der zweite Tatverdächtige
machte keine Angaben zu dem Vor­fall. Da nach den ersten Vernehmungen und
Ermit­tlun­gen die Haft­gründe wegge­fall­en waren, mussten die beiden
festgenomme­nen jun­gen Män­ner wieder ent­lassen wer­den. Die Ermittlungen
dauern derzeit noch an.

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