22. September 2010 · Quelle: [a]alp

Rechte Strukturen reagieren auf “Wake Up!” — Demonstrationsaufruf

Pots­dam- Gle­ich drei rechte Grup­pierun­gen haben seit der Veröf­fentlichung auf den Aufruf der “antifaschis­tis­che linke pots­dam” reagiert. In dem Aufruf wird die für den 25.09.10 angemeldete Demon­stra­tion “Wake Up — Offen­siv gegen rechte Gedanken und Struk­turen” bewor­ben, welche sich mit den derzeit­i­gen neon­azis­tis­chen Grup­pierun­gen in und um Pots­dam beschäftigt. Auf der Inter­net­seite der “Freie Kräfte Pots­dam” erschien daraufhin am 28.08.10 ein Text, in dem sie klar Stel­lung beziehen. Unter anderem heißt es dort:

[…]Nationale Sozial­is­ten set­zen sich gegen die Ide­olo­gie der Demokrat­en zur Wehr, welche dem deutschen Volk den Volk­stod bringt.[…]”

und

“[…]Wir beken­nen uns offen zum Nationalen Sozial­is­mus! Da kön­nen Tausende Antifaschis­ten auf die Straße gehen und gegen uns demon­stri­eren[…]”

Die “Freie Kräfte Pots­dam” machen keinen Hehl aus ihrer Befür­wor­tung des Nation­al­sozial­is­mus. Darüber­hin­aus stellen sie sich als Opfer link­er Gewalt dar und ver­drehen somit die Tat­sachen der neon­azis­tis­chen Gewalt im Som­mer 2005.

Eine weit­ere Reak­tion auf die Demon­stra­tion kam vom NPD-Abge­ord­neten Mar­cel Guse. Er stellte am 13.09.10 eine Anfrage zur Demon­stra­tion an den Ober­bürg­er­meis­ter. Die Fra­gen beziehen sich unter anderem auf die Route und den_die Anmelder_in. An sich legit­ime Fra­gen, die aus dem Mund des beken­nen­den Neon­azis allerd­ings bedrohlich wirken. Guse zeigt kein­er­lei Berührungsäng­ste bei der Zusam­me­nar­beit mit offen nation­al­sozial­is­tis­chen Kam­er­ad­schaften in Pots­dam. Er verteilte mit den „Freien Kräften“ gemein­sam Fly­er gegen das Asyl­suchen­den­heim am Schlaatz, er besucht mit ihnen Demon­stra­tio­nen und ver­linkt ihre Inter­net­seit­en auf der Home­page der NPD Hav­el-Nuthe. Wür­den sie eine Störung des Demon­stra­tionszuges pla­nen, käme ihnen eine solche Anfrage ans Stadthaus nur gele­gen.
Auch die „Alter­na­tive Jugend Pots­dam“, eine Grup­pierung „nation­al denk­ender Jugendlich­er“, wie sie sich selb­st nen­nen, reagierte auf die Demon­stra­tionsankündi­gung. Am 15.09.10 veröf­fentlicht­en sie auf ihrer Inter­net­seite eben­falls einen Text. Ähn­lich wie im oben aufge­führten Text heißt es hier unter anderem:

In den Rei­hen Nationaler Sozial­is­ten, in welche wir uns beken­nend ein­rei­hen, kämpfen Frauen, Män­ner und Jugendliche reinen Herzens für ein freies, unab­hängiges und sou­veränes Deutsch­land. Daran wer­den alle Ver­suche der Demokrat­en nichts ändern!”

Der Text kann als Kamp­fansage gegen die Demon­stra­tion ver­standen wer­den, was auch durch das Ent­fer­nen der Mobil­isierungsplakate seit­ens der Neon­azis im Raum Pots­dam Nord deut­lich wird. Des Weit­eren wurde ver­sucht bei ein­er Mobil­isierungsver­anstal­tung in Post­dam durch mas­sives Kleben von neon­azis­tis­chen Aufk­le­bern in der Umge­bung des Ver­anstal­tung­sortes eine Bedro­hungskulisse aufzubauen.

Johannes Schweigmann für die „antifaschis­tis­che linke pots­dam“: “Wir haben mit Reak­tio­nen der Neon­aziszene gerech­net, schließlich richtet sich die Demon­stra­tion klar gegen rechte Gedanken und Struk­turen und somit auch gegen genau solche Grup­pen. Wir hof­fen, dass sich Inter­essierte nicht ein­schüchtern lassen und trotz­dem mit uns auf die Straße gehen”.
Die Reak­tio­nen sind alle­samt als Bedro­hung gegen das antifaschis­tis­che Engage­ment und die geplante Demon­stra­tion zu werten. Außer­dem zeigen sie ein­mal mehr in welchem Grad die Pots­damer Neon­aziszene organ­isiert ist. Wir wer­den demon­stri­eren und rufen alle antifaschis­tisch denk­enden Potsdamer_innen dazu auf, uns zu begleit­en. Das Prob­lem braucht drin­gend mehr Beach­tung und entschlossenes Ent­ge­gen­wirken.
Daher rufen wir dazu auf, am 25.09.10 mit uns auf die Straßen zu gehen, gegen Ras­sis­mus, Faschis­mus und Anti­semitismus!
Beginn ist um 15 Uhr am Haupt­bahn­hof.

Offen­siv gegen rechte Gedanken und Struk­turen!

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