6. Februar 2013 · Quelle: Arbeitskreis Antifa Potsdam

Rechte Überfälle auf alternative Projekte in Potsdam

Am Sonntagmorgen den 03.02.2013 kam es zu Anschlägen auf die linken Projekte Archiv und Chamäleon e.V. in Potsdam.

 

Auf dem Gelände des Archivs wurden ca. 4:30 Uhr die direkt unter Fenstern stehenden Mülltonnen angezündet, woraufhin sie vollständig abbrannten. Des Weiteren wurde versucht ein Feuer an der Eingangstür zu legen.  Fünfundvierzig Minuten später schlug ein Mann Fensterscheiben der Räumlichkeiten des Chamäleon e.V. in der Hermann-Elflein-Straße 32 ein und flüchtete in einem schwarzen Auto.
In der gleichen Nacht wurden massiv Aufkleber mit rechtsradikalen Parolen in der Charlottenstraße geklebt. Während hierbei alles auf eine konzertierte Aktion von Neonazis deutet, sieht die Polizei darin nur einen falsch entsorgten Ascheeimer.
Ähnlich agierte die Polizei vor zwei Wochen als die Protesttransparente der Heidesiedlung in der Großbeerenstrasse brannten. Kurzerhand war der Vorfall ein reiner Zufall, der mit der trockenen Luft zu erklären sei. Die Pressesprecherin des ak_antifa_potsdam sagt dazu: „Die vorherrschende Ermittlungsstrategie der Polizei, rechte Delikte herunter zu spielen, zeigt, dass das Engagement der Stadtoberen gegen Rechts ein reines Lippenbekenntnis ist. Denn außer der jährlichen Spaziergänge durch Waldstadt oder der Toleranzfeste des städtischen Bündnisses 'Potsdam bekennt Farbe', deren Wirkungsmächtigkeit sowieso in Frage zu stellen sind, ist nichts passiert im Kampf gegen rechte Strukturen.“
Die Gemeinsamkeit dieser drei Orte ist, dass sie sich im Konflikt mit der Stadt Potsdam befinden und sie zum Teil in ihrer Existenz bedroht sind. So ist das Kulturzentrum Archiv seit Silvester aufgrund von Auflagen der Stadt auf weiteres geschlossen. Der Chamäleon e.V. und weitere Hausprojekte in Potsdam müssen sich gegen eine enorme Pachterhöhung und die Bewohner_innen der Heidesiedlung gegen die Privatisierung ihres Blocks und den damit verbundenen Wohnungsverlust wehren. Vertreter_innen des Häuserplenums Potsdam ein Zusammenschluss der Hausprojekte) meinen hierzu: „Die Bedrohung linker und sozial partizipativer Projekte durch die Stadt gibt Nazis, die sich gemeinhin als Vollstrecker des 'Volkswillens' begreifen, zusätzlichen Aufwind solche Projekte anzugreifen. Dass die Stadtpolitik im Moment rechten Gruppen mit ihrer Politik in die Hände spielt, ist für uns völlig offensichtlich. Denn nur eine starke antifaschistische Jugendkultur, für welche linke Einrichtungen wie das Archiv und der Chamäleon e.V. Garanten sind, ist ein effektives Mittel gegen das Erstarken der rechten Szene in Potsdam.“
Solidarität mit den linken Projekten in Potsdam! Kein Fußbreit den Neonazis!

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