19. September 2005 · Quelle: opferperspektive

Rechter Schläger in Rathenow vor Gericht

Ver­mummt und mit Totschlägern bewaffnet Auto über­fall­en

Am 20. Sep­tem­ber 2005 begin­nt um 10 Uhr vor dem Amts­gericht Rathenow der Prozess gegen Matthias M., der vor einem Jahr an einem Angriff auf vier Linke beteiligt gewe­sen sein soll.

Für Flo­ri­an E. war es der zweite Über­fall im let­zten Jahr. Der 18-Jährige, der sich offen gegen Recht­sex­trem­is­mus engagiert, war schon im März in Göt­tlin bei Rathenow in einen Hin­ter­halt ger­at­en. Ein Mob betrunk­en­er recht­sradikaler demolierte sein Auto, an dem ein Schaden von 2000 Euro ent­stand. In der Nacht zum 23. August 2004 fuhr er gegen 1:15 Uhr mit drei Fre­un­den die Bam­mer Land­straße in Rathenow ent­lang, als ein Auto hin­ter ihm Lichthupe gab. Sie
stiegen aus, und schon stürmten vier mit Has­s­masken ver­mummte Neon­azis auf Kom­man­do auf sie los. Flo­ri­an und ein Fre­und wur­den mit Totschlägern geschla­gen, kon­nten aber flücht­en. Nicht jedoch ein 26-jähriger Fre­und, den
die Neon­azis schw­er zusam­men­schlu­gen. Er musste mit Kopf­platzwun­den ins Kranken­haus gebracht wer­den. An Flo­ri­ans Auto wur­den alle Scheiben eingeschla­gen, der Innen­raum war voller Blut.

Hin­ter­grund des Über­falls war offen­bar, dass die Recht­sex­trem­is­ten ger­ade eine Het­z­jagd auf Per­so­n­en ver­anstal­teten, die ange­blich Wahlplakate der DVU
beschädigt haben sollen. Dabei erkan­nten die Neon­azis Flo­ri­an, der mit seinem Auto zufäl­lig vor­bei kam. Bei den Tätern soll es sich um das Umfeld der ver­bote­nen neon­azis­tis­chen Kam­er­ad­schaft “Hauptvolk” aus Rathenow han­deln.

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