31. Juli 2002 · Quelle: Märkische Allgemeine

Rechter Vorfall bei KW´er Stadtfest

31.07. PARTEIEN WARNEN: NEONAZI-SZENE IST INTAKT / POLIZEI PRÜFT JETZT VORFALL BEIM STADTFEST
“Man darf sich nicht ein­lullen lassen”

KÖNIGS WUSTERHAUSEN Nach einem MAZ-Bericht prüft die Polizei jet­zt einen Vor­fall beim Königs-Wuster­hausen­er Schleusen­fest.

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Bürg­er­meis­ter Ste­fan Lud­wig (PDS) hat­te wegen der Anwe­sen­heit von 50 bis 60 Per­so­n­en aus der recht­en Szene Polizeis­chutz ange­fordert. Er sah ein erhöht­es Sicher­heit­srisiko für die Fes­t­be­such­er. Doch erst eine Stunde nach seinem Hil­fer­uf trafen Beamte ein. Lud­wig selb­st bekam später Begleitschutz für seinen Heimweg. Der Vor­fall wurde erst Wochen später durch MAZ-Recherchen öffentlich. Der neue Polizei-Sprech­er Lothar Wal­ter rück­te gestern von sein­er Darstel­lung am Mon­tag ab, der Begleitschutz für Lud­wig sei ein “Fre­und­schafts­di­enst” eines Beamten gewe­sen. “Das war eine erste Infor­ma­tion, die sich nicht bestätigt hat”, sagte er. Noch immer ist nicht klar, warum es solange gedauert hat, bis die Polizei kam. Gestern schal­tete sich der neue Polizei-Chef Hans-Joachim Zim­mer­ling per­sön­lich in die Sache ein. Laut Wal­ter wollte er sich von Lud­wig die Vorgänge an jen­em Abend schildern lassen. Den Vor­wurf, eine Bedro­hung durch die rechte Szene herun­terzus­pie­len, wies Wal­ter zurück: “Uns liegt über­haupt nichts daran, etwas abzuwiegeln. Wir gehen sehr wohl Hin­weisen zu recht­sex­tremen Ten­den­zen nach.” Er ver­wies auch auf die Arbeit der Son­derkom­mis­sion Tomeg und der Son­dere­in­heit Mega in Königs Wuster­hausen.

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Vertreter von Parteien reagierten gestern alarmiert. Die Vor­sitzende der Kreis-PDS, Karin Weber, sieht sich bestätigt, dass die Neon­azi-Szene in der Region weit­er intakt ist: “Man darf sich nicht ein­lullen lassen. Wir müssen immer wieder auf die Gefahren aufmerk­sam machen. Wichtig ist, dass die Öffentlichkeit informiert wird.” Man­fred Müller von der Stadt-PDS sagte, er sei “ver­wun­dert über das Ver­hal­ten der Polizei”. Er forderte dazu auf, sich den Recht­en ent­ge­gen­zustellen. “Die Leute müssen her­vortreten hin­ter den Gar­di­nen.” SPD-Chef Erhard Lem­mink sprach von ein­er “neuen Qual­ität” in der Auseinan­der­set­zung mit den Recht­en. Er sicherte Lud­wig die “voll­ste Unter­stützung” der SPD und von ihm selb­st zu: “Da hat der Bürg­er­meis­ter einen engen Kämpfer neben sich.”

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