11. August 2005 · Quelle: PNN

Rechtes Konzert geplant

(Peter Tiede, PNN) Pots­dam — Auf dem Grund­stück eines führen­den Funk­tionärs der recht­en DVU soll an diesem Sam­stag ein Konz­ert rechter Musik­grup­pen stat­tfind­en. Das geht nach PNN-Recherchen aus Infor­ma­tio­nen link­er Grup­pen und Erken­nt­nis­sen bran­den­bur­gis­ch­er Sicher­heits­be­hör­den her­vor. Das Konz­ert, so hieß es gestern, sei vom Mit­glied des DVU-Lan­desvor­standes Klaus Mann in Seefeld (Barn­im) als pri­vate Feier angemeldet wor­den. Mann ist auch Kreis­chef der recht­en DVU für den Bere­ich Ober­hav­el, Barn­im und Uck­er­mark.

Nach bis­lang unbestätigten Angaben soll sich hin­ter Manns „pri­vater Feier“ eine Ver­anstal­tung der neon­azis­tis­chen „Kam­er­ad­schaft Spreewacht“ (KSW) aus Berlin-Licht­en­berg ver­ber­gen, für die 15 Euro Ein­tritt ver­langt wer­den. Die KSW wirbt auf ihrer Inter­net­seite seit Wochen für ein solch­es Konz­ert. Ein­ge­laden seien neben anderen die Skin­head­bands „Six­il“ und „Legion of Thor“ aus Berlin.

Bran­den­burgs Sicher­heits­be­hör­den sei bekan­nt gewe­sen, dass für den 13. August ein recht­es Konz­ert im Land geplant sei, hieß es gestern. Man habe nur noch nicht genau gewusst, wo. Da aber auch Manns Feier-Anmel­dung bekan­nt gewe­sen sei, habe man „Eins und Eins zusam­men gezählt“, hieß es weit­er.

„Mann hat anscheinend fast keine Schmerz­gren­ze in Bezug darauf, mit welchen Teilen der recht­sex­tremen Szene er sich ein­lässt“, sagte gestern ein Extrem­is­mus-Experte den PNN. Der DVU-Funk­tionär hat sein großes Grund­stück schon mehrfach für dubiose Feiern der recht­en Szene zur Ver­fü­gung gestellt, die von Polizei und Ver­fas­sungss­chutz beobachtet wur­den. Auch die DVU, die mit sechs Abge­ord­neten im Land­tag sitzt, ver­anstal­tetet bei Mann jährlich ihr „Som­mer­fest mit Son­nen­wend­feier“.

Bei der DVU-Feier waren nach Erken­nt­nis­sen des Ver­fas­sungss­chutzes auch Mit­glieder der am 14. Juli vom Innen­min­is­ter ver­bote­nen recht­sex­tremen Kam­er­ad­schaft ANSDAPO zu Gast. Die ANSDAPO hat­te fed­er­führend recht­sex­treme Konz­erte organ­isiert. Unter den mit ein­deutig recht­sex­tremen Sym­bol­en aufge­trete­nen ANS­DAPO-Mit­gliedern war auch der Sohn der Chefin der DVU–Landtagsfraktion, Liane Hes­sel­barth.

Auch der 21-jährige Sohn von Klaus Mann wird von Sicher­heits­be­hör­den dem recht­en Lager zuge­ord­net. So war er im Vor­jahr beim so genan­nten „Heldenge­denken“ auf dem Sol­daten­fried­hof in Halbe und in diesem Jahr am 22. Juni bei ein­er Demon­stra­tion des „Nationalen Bünd­nis Preußen“, das im Umfeld von NPD und der Kam­er­ad­schaft „Märkisch­er Heimatschutz“ agiert.

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