21. Februar 2004 · Quelle: Opferperspektive

Rechtsextreme Gewalttaten nach wie vor auf hohem Niveau

Recht­sex­treme Gewalt­tat­en in den neuen Bun­deslän­dern und Berlin nach wie vor auf hohem Niveau — Beratungsstellen für Opfer recht­sex­tremer Straf- und Gewalt­tat­en veröf­fentlichen Sta­tis­tik

Seit dem Herb­st 2001 wer­den in den neuen Bun­deslän­dern und Berlin mit Hil­fe des Bun­de­spro­gramms Civ­i­tas acht Pro­jek­te zur Beratung von Opfern recht­sex­tremer Straf- und Gewalt­tat­en gefördert. Das Pro­gramm “civ­i­tas — ini­tia­tiv gegen Recht­sex­trem­is­mus in den neuen Bun­deslän­dern” als Teil des Aktion­spro­gramms der Bun­desregierung “Jugend für Tol­er­anz und Demokratie — gegen Recht­sex­trem­is­mus, Frem­den­feindlichkeit und Anti­semitismus” unter­stützt die Schaf­fung ein­er demokratis­chen, gemein­we­senori­en­tierten Kul­tur in den neuen Bun­deslän­dern. Für das Jahr 2003 leg­en die Beratungsstellen eine gemein­same sta­tis­tis­che Erhe­bung vor, in der Zahlen über recher­chierte Angriffe sowie über die berate­nen Kli­entIn­nen veröf­fentlicht wer­den.

Recher­chierte Straf- und Gewalt­tat­en

Im Jahr 2003 erlangten die Opfer­ber­atungsstellen allein in den fünf neuen Bun­deslän­dern und Berlin Ken­nt­nis von ins­ge­samt 551 recht­sex­tremen Angrif­f­en. Die meis­ten solch­er Gewalt­tat­en ereigneten sich in Sach­sen (141), gefol­gt von Bran­den­burg (116) und Thürin­gen (91). Von den 551, in ihrer Inten­sität sehr unter­schiedlichen Angrif­f­en, waren min­destens 808 Per­so­n­en direkt betrof­fen. In der über­wiegen­den Mehrzahl der Fälle han­delte es sich um Kör­per­ver­let­zungs­de­lik­te (62 %) sowie Nöti­gungs- und Bedro­hungs­de­lik­te (16 %).

Beratungs­fälle

Die Beratungsstellen betreuten im ver­gan­genen Jahr ins­ge­samt 1211 Kli­entIn­nen, darunter 782 Per­so­n­en, die direkt zu Opfern recht­sex­tremer Gewalt­tat­en gewor­den waren. Es han­delte sich dabei um 657 Män­ner und 125 Frauen. 407 der berate­nen Per­so­n­en, vor allem Flüchtlinge, Migran­tInnen und Aussied­lerIn­nen, wur­den aus ein­er ras­sis­tis­chen Tat­mo­ti­va­tion ange­grif­f­en. Ein weit­er­er Schw­er­punkt lag bei 269 meist jugendlichen Opfern (14 bis 20 Jahren), die sich mehrheitlich einem alter­na­tiv­en Milieu zuge­hörig fühlen. In über 60 Prozent der Fälle erwies sich ein langfristiges Beratungsver­hält­nis als notwendig.

Die Notwendigkeit spezial­isiert­er Beratungsstellen für Opfer recht­sex­tremer Gewalt­tat­en

Die Beratungsstellen machen darauf aufmerk­sam, dass auch im Jahr 2003 von einem Rück­gang recht­sex­tremer Gewalt­tat­en in den neuen Bun­deslän­dern und Berlin keine Rede sein kann. Offen­sichtlich hat sich das Aus­maß dieser Straftat­en auf einem hohen Niveau eingepegelt. Die vorgelegten Zahlen unter­stre­ichen die Notwendigkeit von Beratungsstellen, die auf Opfer recht­sex­tremer Straf- und Gewalt­tat­en spezial­isiert sind; zumal viele der Opfer auf­grund ihrer sozialen Sit­u­a­tion nur einen beschränk­ten Zugang zu Beratung­sein­rich­tun­gen haben.

Die gesamte Sta­tis­tik ist hier ein­se­hbar: www.opferperspektive.de

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