15. Juli 2002 · Quelle: asn cottbus | anlaufstelle für opfer rechtsextremer gewalt

Rechtsextremer Angriff auf “Forst Attackz”-Festival

anlauf­stelle für opfer recht­sex­tremer gewalt e.v.

Parzel­len­straße 79

03046 Cot­tbus

Fon: 0172/7585772

Fax: 0721/151221837

E‑Mail: aforg@gmx.net

Buntes Haus e. V.

Park­str. 007

03149 Forst

Cot­tbus, den 15.07.2002

Gemein­same Presseerk­lärung

Buntes Haus e.V. (Forst) und Anlauf­stelle für Opfer recht­sex­tremer Gewalt

Recht­sex­tremer Angriff auf “Forst Attackz”-Festival

In den frühen Mor­gen­stun­den des 14. Juli 2002 ver­sucht­en etwa 30 — 40
Recht­sex­treme in Forst (Spree-Neiße-Kreis) ein Fes­ti­val des Jugend- und
Kul­turzen­trums “Buntes Haus” anzu­greifen. Sie sam­melten sich unweit des
Gelän­des, zogen — “Hier marschiert der nationale Wider­stand” und “Ob Ost,
ob West, nieder mit der Zeck­en­pest” rufend — vor den Hof in der Park­straße
7 und bewar­fen die noch anwe­senden Gäste mit Flaschen und Steinen. Dabei
wur­den zwei Besuch­er leicht ver­let­zt.

Die Polizei, welche die Gruppe der Angreifer schon über einen län­geren
Zeitraum beobachtet hat­te, war vor­erst nur mit drei Streifen­wa­gen vor Ort.
Die später ein­tr­e­f­fend­en Ein­satzkräfte kon­nten zwar eine Eskala­tion
ver­hin­dern, ließen die Recht­en aber zunächst schein­bar unge­hin­dert und
ohne eine Fest­stel­lung der Per­son­alien abfahren. Statt dessen wur­den drei
BesucherIn­nen des Fes­ti­vals, die sich in unmit­tel­bar­er Nähe des Gelän­des
befan­den, in Gewahrsam genom­men. Ihnen wird u.a. schw­er­er
Land­friedens­bruch vorge­wor­fen.

Bere­its in den ver­gan­genen Wochen war eine höhere öffentliche Präsenz
rechter Jugendlich­er in Forst zu bemerken. Viele nicht-rechte Jugendliche
fühlen sich zunehmend bedro­ht. Das bere­its zum zweit­en Mal stat­tfind­ende
“Forst Attackz”-Festival wandte sich gegen eben solche Ten­den­zen, gegen
Recht­sex­trem­is­mus und Ras­sis­mus. Neben Konz­erten gab es an zwei Aben­den
Infor­ma­tions- und Bücher­tis­che sowie Filme anti­ras­sis­tis­ch­er Ini­tia­tiv­en
aus dem Land Bran­den­burg.

Es muß davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass die recht­sex­tremen Angreifer gezielt
gegen ein anti­ras­sis­tis­ches Fes­ti­val vorge­hen woll­ten.

Für Rück­fra­gen ste­hen wir Ihnen gern zur Ver­fü­gung

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