16. November 2004 · Quelle: Opferperspektive

Rechtsextremer Auftragsschläger vor Gericht

Am
Don­ner­stag, den 18. Novem­ber, find­et um 9:00 Uhr vor dem Amts­gericht
Rathenow, Raum 2.13, ein Prozess gegen den Recht­sex­trem­is­ten
San­dro B. statt.

April
dieses Jahres, vor­mit­tags gegen 11 Uhr. Der 15-jährige Punk Toni P.
ste­ht allein vor sein­er Schule in Prem­nitz. Ein rot­er Fies­ta hält, ein
unbekan­nter Mann steigt aus. Der Mann fragt den 15-Jähri­gen, ob er Toni
P. sei, was dieser bejaht, nichts ahnend. Und schon ver­set­zt der Unbekan­nte
ihm einen schw­eren Faustschlag ins Gesicht. Toni fällt mit

dem
Kopf gegen einen Baum und ist kurzzeit­ig bewusst­los. Der Mann fährt
weg.

Der
Angriff bliebe unver­ständlich, wenn nicht wenige Tage später bekan­nt
gewor­den wäre, dass es sich bei dem Schläger um den stadt­bekan­nten
Recht­sex­trem­is­ten San­dro B. han­delte. Offen­bar war der Angriff
eine Auf­trag­stat. Toni sollte “bestraft” wer­den, weil er es gewagt
hat­te, recht­sex­treme Schläger anzuzeigen. Im Jan­u­ar hat­ten diese
ihn in und vor der Schule zusam­mengeschla­gen und wochen­lang aufge­lauert.
Einen Tag vor dem Prozess Ende Sep­tem­ber wurde Toni von einem
Unbekan­nten mit einem Mess­er bedro­ht. Doch Toni blieb bei sein­er

Aus­sage
und die Täter vom Jan­u­ar, darunter ein Sohn des Wach­schutz-Unternehmers
Zarnikow, wur­den zu Jugen­dar­rest und Bewährungsstrafen
verurteilt.

Die Tat vom April zeigt”, so Kay Wen­del vom Vere­in Opfer­per­spek­tive,”
mit welchen Mafia-Meth­o­d­en die recht­sex­treme Szene in Prem­nitz ihre Geg­n­er
ein­schüchtern und gefügig machen will. Und Tonis Ver­hal­ten

zeigt, dass man sich davon nicht ein­schüchtern lassen muss, dass man stand­hal­ten
kann — wenn die Jus­tiz hier ein­deutig ein­greift und die Täter
zur Rechen­schaft zieht. Das ist nicht nur Tonis Wun­sch für den Prozess
am Don­ner­stag.”

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