26. September 2004 · Quelle: Opferperspektive

Rechtsextremer Schläger aus Premnitz vor Gericht

Am Dien­stag, den 28. Sep­tem­ber 2004 find­et um 9.00 Uhr vor dem Amts­gericht Rathenow ein Prozess gegen den recht­en Schläger Jan F. statt. 

Der Recht­sex­trem­ist Jan F. schlug am 05.01.04 in Prem­nitz mit
Unter­stützung zweier rechter Jugendlich­er einen zum Tatzeitpunkt
14-jähri­gen alter­na­tiv­en Jugendlichen mit der Faust so schw­er ins
Gesicht, das er einen Jochbein­bruch erlitt. 

Zum Hin­ter­grund der Tat: Am ersten Schul­t­ag im neuen Jahr hat­te der
14-jährige alter­na­tive Jugendliche auf dem Schul­gelände seine Freundin
geschützt, als diese von zwei älteren recht­en Mitschülern als
„Gruftis­chwein“ und „Gruftis­chlampe“ beschimpft und bedro­ht worden
war. Sofort wurde er von den recht­en Mitschülern angegriffen. 

Nach Schulschluss hät­ten die bei­den Mitschüler gemein­sam mit dem
stadt­bekan­nten Recht­sex­trem­is­ten Jan F. vor dem Schul­gelände auf ihn
gewartet. Als er an der Gruppe vor­bei gehen wollte, wurde er von
hin­ten gepackt und fest­ge­hal­ten. Unter Anfeuerung der bei­den habe Jan
F. den Jugendlichen zu Boden geschla­gen. Die Fol­gen der Tat musste das
Opfer der Recht­sex­tremen noch lange schmer­zlich spüren. Er erlitt
einen Jochbein-bruch und war mehre Wochen krankgeschrieben. 

Nur ein Tag nach dem Angriff wurde der Jugendliche erneut von dem
Täter bedro­ht. Als sie vor einem Super­markt zufäl­lig aufeinander
trafen, ran­nte Jan F. auf ihn zu und rief: „Wir kriegen dich, du
Pockenschwein!“
Die Bedro­hun­gen und Ein­schüchterungsver­suche soll­ten sich in den
fol­gen­den Monat­en fort­set­zten und im Hin­blick auf den Prozess massiv
steigern. Ein Unbekan­nter, ver­mut­lich ein Bekan­nter der Täter, hielt
dem Jugendlichen nur weinige Wochen vor Prozess­be­ginn ein Mess­er an
den Hals; er solle seine Anzeige zurückziehen und keine Aus­sagen bei
Gericht machen. 

Judith Porath von Vere­in Opfer­per­spek­tive merkt dazu an: „Ich hoffe,
dass von Seit­en des Gerichts ein deut­lich­es Sig­nal geset­zt wird. Es
ist nicht hinzunehmen, dass Jugendliche von Recht­sex­tremen nur wegen
ihrem Out­fit zusam­mengeschla­gen und anschließend von Bekan­nten der
Täter mas­siv bedro­ht werden.

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