7. Oktober 2005 · Quelle: Opferperspektive e.V.

Rechtsmotivierter Angriff in Luckenwalde vor Gericht

Am 10. Okto­ber 2005 wird am Amts­gericht Luck­en­walde über einen ras­sis­tis­chen Angriff ver­han­delt, der sich 2004 in Jüter­bog ereignet hat. Ein 22-Jähriger Afghane erlitt schwere Kopfver­let­zun­gen. Der gefährlichen Kör­per­ver­let­zung sind ein 27- jähriger Mann und eine 23-jährige Frau angeklagt. Die Hauptver­hand­lung wird um 9:30 Uhr, Saal 25, im Amts­gericht Luck­en­walde stat­tfind­en.

Der damals 22-Jährige Afghane hat­te zusam­men mit einem Fre­und aus Palästi­na in den Mor­gen­stun­den des 28. März 2004 die Diskothek “Fränkis Tanzbar” in Jüter­bog besucht. Bere­its in der Diskothek wur­den die zwei Flüchtlinge von den späteren Tätern ange­sprochen und aufge­fordert, vor die Tür zu kom­men. Sie ließen sich jedoch nicht provozieren. Als sie wenig später die Diskothek ver­ließen, trafen sie am Aus­gang auf eine Gruppe von ca. neun Per­so­n­en, darunter auch diejeni­gen, die bere­its in der Diskothek provoziert hat­ten. Ein Mann trat auf den Palästi­nenser zu und ver­suchte, ihm in das Gesicht zu schla­gen.

Zu diesem Zeit­punkt kon­nte der 22-Jährige Afghane noch die vor der Tür ste­hende Secu­ri­ty zu einem Ein­greifen bewe­gen.
Als sich die zwei Flüchtlinge einige Meter von der Diskothek ent­fer­nt hat­ten, liefen u.a. die zwei Angeklagten hin­ter ihnen her und es wur­den ras­sis­tis­che Belei­di­gun­gen, wie “Scheiß-Aus­län­der” und “Aus­län­der sind Kak­er­lak­en” gerufen. Mit Äußerung wie: “Ich bin Nazi, weil wir wegen euch den Weltkrieg ver­loren haben” wurde der Stand­punkt gegenüber den Flüchtlin­gen klar gemacht.

Während sich der Palästi­nenser der bedrohlichen Sit­u­a­tion entziehen kon­nte, wurde der 22-Jährige von hin­ten attack­iert und zu Boden geris­sen. Anschließend trat­en und schlu­gen die Täter auf den am Boden Liegen­den ein. In der Erin­nerung des Opfers dauerte diese qualvolle Sit­u­a­tion über Minuten an.
Das Opfer musste u.a. wegen eines Fris­sur­bruchs des Nasen­beins und eines Schädel-Hirn-Trau­mas sta­tionär im Kranken­haus behan­delt wer­den.

Der Angriff am 28.03.2004 war nur ein­er von mehreren Vor­fällen ras­sis­tis­ch­er Gewalt gegen Flüchtlinge in Jüter­bog im let­zten Jahr. Dabei soll es sich bei den Tätern z.T. um densel­ben Per­so­n­enkreis han­deln, so soll die weib­liche Angeklagte bei mehreren Vor­fälle als Pro­voka­teurin gegenüber den Flüchtlin­gen eine entschei­dende Rolle gespielt haben.

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