9. März 2004 · Quelle: Opferperspektive

Rechtsradikale überfallen Autofahrer

In der Nacht zu Sonnabend, den 6. März, über­fiel eine Gruppe Rechtsradikaler
einen Aut­o­fahrer in Göt­tlin, Land­kreis Havel­land. Am Fahrzeug ent­stand ein
Sach­schaden von 2800 Euro. 

 

Mit drei Fre­un­den wollte der 18-jährige Rathenow­er Flo­ri­an E. nachts an die
Hav­el bei Göt­tlin. Wom­it er nicht gerech­net hat­te: in Göt­tlin hat­ten sich an
jen­em Abend eine größere Anzahl Recht­sradikaler in der Kneipe “Lum­ber­jack”
ver­sam­melt. Sie erkan­nten ihn sofort, denn Flo­ri­an ist in Rathenow kein
Unbekan­nter. Let­ztes Jahr hat­te er eine Schülerdemon­stra­tion gegen rechte
Gewalt organ­isiert. Auf dem Rück­weg nach Rathenow stürzten sich mehrere
Grup­pen Recht­sradikaler auf den Wagen, den sie mit Fußtrit­ten, Eisenstangen
und Steinen demolierten. Unter “Sieg-Heil”-Gebrüll wurde ein Stein in
Rich­tung Flo­ri­ans Kopf gewor­fen, der jedoch nicht die Windschutzscheibe
durchschlug.

 

Die Insassen blieben unver­let­zt, doch der Schreck­en steckt noch in ihren
Gliedern. Flo­ri­an einen Tag später: “Wenn ich daran denke, was noch alles
hätte passieren kön­nen, wird mir ganz anders. Ich wün­sche es keinen, einem
Mob von Neon­azis in die Hände zu fall­en.” Flo­ri­an rech­net mit ein­er längeren
Zeit, bis die Täter ihm den Schaden von 2800 Euro erset­zen wer­den. “Ich
hoffe nur, dass die Jus­tiz die Täter kon­se­quent zur Rechen­schaft zieht und
nicht einzelne, die dabei waren, laufen lässt”, so Florian.

 

Unter den Angreifern kon­nten Mit­glieder der recht­sradikalen Kameradschaft
“Sturm 27” iden­ti­fiziert wer­den, die seit einem Jahr in Rathenow aktiv ist.
Darunter ihr Anführer Ben­jamin K., der in Rathenow eine Garage als
Tre­ff­punkt der Kam­er­ad­schaft angemietet hat­te. Rathenow war auch im Jahr
2003 mit zwölf recht­sex­tremen Angrif­f­en ein Schw­er­punkt rechter Gewalt in
Brandenburg.

 

Für Rück­fra­gen ste­hen die Opfer­per­spek­tive unter Tel. 0171–1935669 zur Verfügung.

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