15. November 2004 · Quelle: MAZ

Rechtsradikalismus ist eine Frage von Ängsten

Tagung zu lokalen Aktiv­itäten gegen Ras­sis­mus / Aktion­s­plan wird weit­er
umge­set­zt

(MAZ) BABELSBERG Während in Halbe 1600 Recht­sex­trem­is­ten demon­stri­erten, wurde am
Sam­stag mit ein­er Podi­ums­diskus­sion im Haus der Jugend eine inter­na­tionale
Tagung zu “Chan­cen und Gren­zen lokaler Aktion­spläne gegen Diskri­m­inierung
und Ras­sis­mus” been­det. Die Sozial­beige­ord­nete Elona Müller sagte vor
Vertretern aus Wien, Tri­est und Pots­dam, dass die been­dete Arbeit der
Ser­vices­telle gegen rechte Gewalt von der Sicher­heit­skon­ferenz der Stadt
fort­ge­set­zt wer­den müsse und sie sich ein­set­zen werde, dass dafür Mit­tel im
Haushalt 2005 bere­it­ste­hen.

“Recht­sradikalis­mus ist eine Frage von sozialen Äng­sten der Men­schen”, so
Müller. In der Hartz IV-Diskus­sion habe sie im Som­mer von Bürg­ern öfter
gehört, man müsse doch erst ein­mal etwas für die Deutschen tun. Das könne
der Aus­gang für Recht­sradikalis­mus sein. Und erst kür­zlich marschierten am
30. Okto­ber Recht­sex­trem­is­ten durch Pots­dam. Es sei wichtig, die Sor­gen der
Bürg­er ernst zu nehmen und den Dia­log mit ihnen zu suchen, damit es nicht
zum Ras­sis­mus komme, so Müller.

Susanne Klin­gel­höfer vom Deutschen Jugendin­sti­tut Halle lobte Pots­dam für
die engagierte Umset­zung des Aktion­s­planes, der aus 80 Maß­nah­men beste­ht:
“Die Rah­menbe­din­gun­gen sind hier sehr pos­i­tiv. Das begin­nt bei der großen
Unter­stützung vom Ober­bürg­er­meis­ter, was nicht in jed­er Stadt
selb­stver­ständlich ist. Zudem gibt es viele engagierte Ini­tia­tiv­en und freie
Träger, die gut mit der Stadt zusam­me­nar­beit­en.”

Die Wirk­samkeit lokalen Aktion­spläne gegen Ras­sis­mus könne man nur schw­er
messen. Dafür sei die Analyse der Bil­dung von Net­zw­erken zwis­chen den
Akteuren in der Stadt wichtig, was in Pots­dam sehr aus­geprägt sei, so
Klin­gel­höfer. Ingo Siebert, Mitar­beit­er des Tagungsver­anstal­ters Camino,
sagte am Ende, der Aktion­s­plan schaffe die Grund­la­gen, sich gegen
Aus­län­der­feindlichkeit zu engagieren. Bei dessen Umset­zung könne man von
Pots­dam ler­nen.

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