13. Juni 2007 · Quelle: Offener Brief

Repression gegen Anti-G8 Protest

Sehr geehrte Damen und Her­ren, liebe Fre­undin­nen und Fre­unde,

der G8-Gipfel ist vorüber, aber mit seinen Fol­gen wer­den einige noch län­gere Zeit zu
tun haben.

Am Abend des 3. Juni 2007 wurde ein Frank­furter Anti-G8-Aktivist von der Polizei
unter dem Vor­wurf festgenom­men, ein­er polizeilichen Anord­nung nicht Folge geleis­tet
und eine Polizeikette durch­brochen zu haben. Bei der Fes­t­nahme wurde der Betrof­fene
der­art schw­er ver­let­zt, daß er zunächst im Uniklinikum Ros­tock behan­delt wer­den
mußte. Noch in den frühen Mor­gen­stun­den des fol­gen­den Tages wurde er aus dem
Kranken­haus her­aus in den sog. Unterbindungs­ge­wahrsam gebracht. Das Amts­gericht
Ros­tock ord­nete an, daß der Gewahrsam bis zum Mit­tag des 9. Juni 2007 fort­dauern
solle, trotz­dem zwei Zeu­gen bekun­de­ten, daß es keinen Anlaß für die Inge­wahrsam­nahme
gab. Alle Bemühun­gen, die Ent­las­sung des Betrof­fe­nen zu erre­ichen, schlu­gen in den
darauf fol­gen­den Tagen fehl. Aus der Ros­tock­er Gefan­genen­sam­mel­stelle, die durch die
„Käfighal­tung“ der Gefan­genen trau­rige Berühmtheit erlangte, wurde der Betrof­fene
zunächst in die nahegele­gene JVA Büt­zow und später in die JVA Lübeck ver­legt. Dort
war er gemein­sam mit fünf Mit­ge­fan­genen ver­schärften Haftbe­din­gun­gen aus­ge­set­zt. So
mußte er Anstalt­sklei­dung tra­gen, wurde 23 Stun­den täglich in eine Einzelzelle
ges­per­rt und mußte die Freis­tunde an Hän­den und Füßen gefes­selt absolvieren.
Außer­dem war er ständi­gen Schika­nen dort ein­sitzen­der Neon­azis aus­ge­set­zt. Um sich
gegen diese Behand­lung zu wehren, trat­en der Betrof­fene und seine Mit­ge­fan­genen in
einen Hunger­streik. Er ver­lor dabei ca. 10 kg seines Kör­pergewicht­es.

Wir bew­erten die Inge­wahrsam­nahme selb­st und die Art und Weise ihrer Durch­führung
als unrecht­mäßig und befürcht­en, daß der Betrof­fene möglicher­weise noch lange mit
den seel­is­chen Fol­gen sein­er Erleb­nisse kon­fron­tiert sein wird. Wir rufen Sie/Euch
deshalb dazu auf, sich am 23. Juni 2007 ab 20.00 Uhr auf dem Hin­ter­hof der Berlin­er
Str. 24 an ein­er Soli­par­ty des Utopia e.V. zu beteili­gen. Auf der Soli­par­ty wer­den
u.a. Film­mitschnitte einzel­ner Aktio­nen während des G8-Gipfels gezeigt, wir wer­den
von unser­er Arbeit im Legal Team bericht­en und außer­dem wird es Raum für weit­ere
Berichte und gemein­samen Erfahrungsaus­tausch geben. Daneben wird es eine
Ver­steigerung, Essen und Getränke sowie eine ruhige musikalis­che Begleitung geben.

Wer sich nicht an der Soli­par­ty beteili­gen kann oder weit­ere Unter­stützung leis­ten
möchte, kann dies durch eine Spende an den Utopia e.V. tun.

Utopia e.V.
Sparkasse Oder-Spree
BLZ 170 550 50
Kon­to-Nr.: 3610288999
Stich­wort: G8-Soli

Das ein­genommene Geld soll dazu ver­wen­det wer­den, dem Betrof­fe­nen einen
Erhol­ung­surlaub zu finanzieren und die anfal­l­en­den Gericht­skosten auszu­gle­ichen.

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