6. Februar 2003 · Quelle: MOZ

Rückendeckung für Wischnath

Platzeck, Schön­bohm und Aktions­bünd­nis ste­hen hin­ter dem Pfar­rer — Gerüchte um neuen Posten

Pots­dam (ddp-lbg). Der Cot­tbuser Gen­er­al­su­per­in­ten­dent Rolf Wis­chnath erhält
im Stre­it mit der Evan­ge­lis­chen Kirche in Berlin-Bran­den­burg Rück­endeck­ung.
Bran­den­burgs Min­is­ter­präsi­dent Matthias Platzeck (SPD) sowie sein
Stel­lvertreter und Innen­min­is­ter Jörg Schön­bohm (CDU) sprachen dem Pfar­rer
am Don­ner­stag ihr Ver­trauen aus. Auch das Aktions­bünd­nis gegen Gewalt,
Recht­sex­trem­is­mus und Frem­den­feindlichkeit stellte sich hin­ter seinen
Vor­sitzen­den. Unter­dessen berichtet die «Bild»-Zeitung (Fre­ita­gaus­gabe)
unter Beru­fung auf Kirchenkreise, dass der 54-jährige Wis­chnath für den
Posten als Präs­es von West­falen im Gespräch ist.
Wis­chnath war am Woch­enende wegen Bericht­en über eine ange­bliche
Stasi-Tätigkeit in die Schlagzeilen ger­at­en. Der aus Nor­drhein-West­falen
stam­mende Pfar­rer wirft den Kirchenoberen vor, hin­ter seinem Rück­en in
dieser Sache ermit­telt zu haben. Dabei habe sich ein entsprechen­der Ver­dacht
bere­its bei mehreren Über­prü­fun­gen in den 90er Jahren nicht bestätigt. Am
Mon­tag ver­passte die Kirchen­leitung ihrem Gen­er­al­su­per­in­ten­den­ten einen
Maulko­rb. Am 14. Feb­ru­ar soll Wis­chnath bei ein­er Kirchen­leitungssitzung
ange­hört wer­den.
Platzeck sagte, er habe «volles Ver­trauen» zu Wis­chnath. Der Regierungschef
hat­te Wis­chnath am Vortag zu einem Gespräch emp­fan­gen. Dabei habe er ihm für
seinen Ein­satz als Vor­sitzen­der des Aktions­bünd­niss­es «aus­drück­lich
gedankt». Nach Darstel­lung Platzecks spielt Wis­chnath «eine wichtige Rolle
im Kampf gegen den Recht­sex­trem­is­mus« in Bran­den­burg».
Auch Schön­bohm stellt sich hin­ter den Kirchen­mann. «Die Kirche sollte ihren
Maulko­rb gegenüber Her­rn Wis­chnath über­denken», betonte er und ergänzte:
«Ich habe bish­er keinen Zweifel an der per­sön­lichen Integrität von Her­rn
Wis­chnath.» Er kenne den Pfar­rer als stre­it­baren, aber aufrecht­en
Kirchen­mann. Schön­bohm fügte hinzu: »Wir waren und sind nicht immer ein­er
Mei­n­ung, aber gle­ichen Glaubens.» Das Aktions­bünd­nis hegt eben­falls «keinen
Zweifel an der Integrität seines Vor­sitzen­den». Die innerkirch­lichen
Kon­flik­te um den Pfar­rer berührten sein Amt als Vor­sitzen­der des
Aktions­bünd­niss­es nicht, sagte die Aus­län­der­beauf­tragte Bran­den­burgs, Almuth
Berg­er, im Namen des Vor­standes. Sie hoffe, dass der innerkirch­liche Dis­put
möglichst schnell beigelegt werde.
Der Vor­stand des Aktions­bünd­niss­es hat­te eigens wegen der kirchen­in­ter­nen
Quere­len zu ein­er Pressekon­ferenz ein­ge­laden, an der auch Wis­chnath
teil­nehmen wollte. Der 54-Jährige habe aber am Mor­gen aus per­sön­lichen
Grün­den abge­sagt, sagte Vor­standsmit­glied Detlef Baer vom DGB in
Bran­den­burg.
Nach Infor­ma­tio­nen der «Bild»-Zeitung ist Wis­chnath unter­dessen «als
Kirchenchef» in West­falen im Gespräch. Er solle als Kan­di­dat für die
Nach­folge des Präs­es von West­falen nominiert wor­den sein. Das Amt des Präs­es
sei gle­ichbe­deu­tend mit dem des Bischofs. Der Präs­es werde im Novem­ber
gewählt. Zu einem ersten Gespräch sei der Pfar­rer am ver­gan­genen Woch­enende
in Biele­feld gewe­sen. Die Evan­ge­lis­che Kirche von West­falen wollte sich
gegenüber der Zeitung nicht zu dem «laufend­en Nominierungsver­fahren äußern».

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