13. Oktober 2005 · Quelle: MOZ

Rüdnitzer Jugendhausleiter soll bleiben

Mehr als 30 Jugendliche der Gemeinde haben für ihren Jugend­hausleit­er Sven Grunow gefocht­en. Am Dien­stagabend zogen sie mit einem Plakat und in T‑Shirts mit Auf­schriften wie “Sven Grunow bleibt” zum Gemein­dezen­trum. Dort tagte der Sozialauss­chuss der Gemeinde, um über die Haushaltsmit­tel auch für die Jugen­dar­beit zu berat­en. Im Ergeb­nis will sich der Auss­chuss für Sven Grunow stark machen. Erhe­bliche finanzielle Kürzun­gen scheinen aber unumgänglich zu sein.

Zunächst dro­hte der Ein­satz der Jugendlichen für ihren Jugend­hausleit­er an einem Raumpro­blem zu scheit­ern. Weil der Gemein­de­saal seit kurzem von der Kita genutzt wird, stand nur die kleine Bib­lio­thek zur Ver­fü­gung. Der Auss­chussvor­sitzende André Stein­bach schlug vor, dass drei bis vier Jugendliche als Sprech­er entsandt wer­den. Damit hat­te er die Rech­nung ohne den Wirt gemacht. Mit gutem Willen fan­den schließlich zehn junge Leute im Beratungsraum Platz. Dazu ließ man die Tür offen, so dass die übri­gen das Geschehen vom Flur aus ver­fol­gen konnten.

Die erwartungs- und hoff­nungsvollen, aber auch entschlosse­nen junge Leute mussten nach der Ein­leitung des Auss­chussvor­sitzen­den erst ein­mal schluck­en und geri­eten in ein Wech­sel­bad der Gefüh­le. “Im näch­sten Jahr muss es eine Lohnkostenre­duzierung geben”, sagte Stein­bach. “Es stimmt aber nicht, dass Sven Grunow uns ver­lassen muss, und das Haus wird auch nicht geschlossen”, ergänzte er und bat die Jugendlichen, die Arbeit von Sven Grunow und seine Vorzüge einzuschätzen.

Wir üben Bogen­schießen, schmieden, disku­tieren sach­liche und poli­tis­che The­men”, sagt Mar­cus als ein Sprech­er der Jugendlichen, der viel­stim­mig ergänzt wurde. “Kochen und Back­en, Keramikar­beit­en, Ferien­fahrten” und anderes mehr riefen die Jugendlichen in den Raum. Lisa (15) las einen Brief vor, in dem her­vorge­hoben wurde, dass sie sich im Klub kün­st­lerisch betäti­gen und mitbes­tim­men kön­nen. Das Jugend­haus werde auch rege genutzt. Nicht zulet­zt macht­en sie in dem Brief auch auf die Pflicht zur Unter­stützung der Jugen­dar­beit aufmerksam.

Wir wollen für die Jugend natür­lich alles tun, was in unser­er Macht ste­ht” sagte Bürg­er­meis­ter Huber­tus Rit­ter. Aber auf Grund der Haushalt­slage sei man gezwun­gen, die bish­eri­gen Gemein­demit­tel von rund 30 000 Euro auf 8000 bis 10 000 Euro für Hon­o­rare zu kürzen, wobei noch rund 5000 Euro für die Unter­hal­tung des Haus­es dazu kom­men. Er warb gle­ichzeit­ig um die Unter­stützung durch die Jugendlichen und um die Mith­il­fe von Eltern.

Die wollen wir nicht im Jugend­haus, wir wollen Sven Grunow”, raunte es ihm ent­ge­gen. Und dann: Warum das alles so plöt­zlich? “Ich kann nicht ver­ste­hen, weshalb auf ein­mal kein Geld mehr da ist”, brachte Daniel den Unmut der Jugendlichen zum Ausdruck.

Da war man mit­ten im Dilem­ma. “Wir müssen 150 000 Euro für die Sanierung des Kita-Teils im Alt­bau aus­geben”, bekan­nte der Bürg­er­meis­ter. Das sei eine Pflich­tauf­gabe. Dazu gebe es weit­ere Investi­tio­nen für die Fläche, die als Bolz­platz für die Jugend, aber als Fest­platz auch für die ganze Gemeinde da sein soll.

Wenn nun schon die Kürzun­gen nicht zu umge­hen sind, weshalb spricht sich der Beschluss der Rüd­nitzer Gemein­de­v­ertre­tung aber gegen Sven Grunow aus, fragte jemand. Das sei möglicher­weise ein Fehler gewe­sen, so der Bürg­er­meis­ter. Andrè Stein­bach und Huber­tus Rit­ter sprachen sich für eine Über­ar­beitung des Beschlusses aus. Ehre­namtlich oder auf Hon­o­rar­ba­sis solle Grunow in Rüd­nitz weit­er­ar­beit­en können.

Nach ein­er Stunde ver­ließen die Jugendlichen die Sitzung. Als Option gab ihnen Stein­bach auf den Weg, dass dem­nächst im Kinder- und Jugend­haus mit ihnen und dem Barn­imer Jugendw­erk als Träger über das Konzept für die weit­ere Arbeit berat­en wird.

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