20. Dezember 2007 · Quelle: PNN

S 13 vor dem Aus

Das S 13 ist in Gefahr. „Wir müssen wahrschein­lich den einzi­gen Jugend­club in der Innen­stadt schließen“, erk­lärte Dirk Hard­er, Vor­sitzen­der des Trägervere­ins Lin­den­park e.V., im Jugend­hil­feauss­chuss am Dien­stag.

Die gesamte Schlossstraße 13, in der auf dreimal 300 Quadrat­metern ein Inter­net­café, der Par­ty- und Konz­ert-Ver­anstal­ter Spar­ta­cus e.V. und das S13 unterge­bracht seien, rechne sich ein­fach nicht mehr, sagte Hard­er. Als der Lin­den­park das gesamte Haus vor knapp fünf Jahren über­nahm, habe sich der Vere­in ver­traglich bis 2012 verpflichtet. „Aus diesem Mietver­trag wollen wir nun frühzeit­ig aussteigen“, so der Vere­insvor­sitzende. Entsprechende Gespräche habe man auch schon mit dem Ver­mi­eter geführt. Von dort habe man zumin­d­est eine „mündliche Absicht­serk­lärung“. Aller Voraus­sicht nach werde das S 13 also Ende April kom­menden Jahres geschlossen. In dem Jugend­club seien zwei Sozialar­beit­er beschäftigt, die damit auch arbeit­s­los wür­den. „Es sei denn, wir fän­den bis dahin einen neuen Stan­dort“, sagte Hard­er. Die Nutzer des S 13 seien schon eine „spezielle Gruppe“. Rund 50 Jugendliche – alle­samt Anhänger der links-alter­na­tiv­en Szene – gehörten zum Stamm­pub­likum. Sie macht­en meist selb­st Musik und organ­isierten selb­st Konz­erte. „Darum brauchen wir einen Raum, wo man Krach machen kann“, sagte der Vere­in­schef. Und damit ver­bun­den ein Umfeld, das den Krach auch ver­trage. Hard­ers Vorstel­lun­gen nach könne das eine Fab­rikhalle oder ein Kel­lergewölbe sein – „ganz rustikal jeden­falls“ und wo man noch Däm­m­ma­te­r­i­al an die Wände anbrin­gen und wo man kleine Konz­erte für rund 150 Besuch­er ver­anstal­ten könne.

Die SPD-Stadt­frak­tion hat­te eben­falls im Jugend­hil­feauss­chuss angeregt, in den im Umbau befind­lichen Schul­stan­dort Burgstraße eine Kinder- und Jugen­dein­rich­tung mit einzu­pla­nen. „Wir sind für alles offen“, so Hard­er. Der Lin­den­park sei auch schon aktiv gewor­den und habe beim Kom­mu­nalen Immo­bilienser­vice nach geeigneten Objek­ten in der Innen­stadt ange­fragt. „Uns fällt es nicht leicht, den Jugend­club wom­öglich aufgeben zu müssen“, betonte Dirk Hard­er. Die wirtschaftliche Sit­u­a­tion aber zwinge ihn als Vere­insvor­sitzen­den dazu, alle Las­ten abzuw­er­fen, die den Lin­den­park finanziell in die Schieflage gebracht hät­ten. Als der Mietver­trag über die Schlossstraße 13 – damals noch von sein­er Vorgän­gerin Moni­ka Keil­holz – unter­schrieben wurde, vere­in­barte der Vere­in eine Staffelmi­ete. Auch wenn sich die inzwis­chen gestiegene Miete noch „am unteren Rand üblich­er Gewerbe­mieten“ bewege, sei sie immer schw­er­er aufzubrin­gen. Zumal damit auch Pflicht­en ver­gle­ich­bar mit denen eines Hau­seign­ers ver­bun­den seien, erk­lärte der Vere­in­schef. So müsse man jet­zt zusät­zlich Aufla­gen der Bauauf­sicht und des Brand­schutzes nachkom­men. „Das Geld muss erst mal ver­di­ent wer­den“, beklagte Hard­er.

Als das Pro­jekt Spar­ta­cus 2003 an den Start ging, flossen Fördergelder der Arbeit­sagen­tur in das Gebäude. Allerd­ings nicht in das Bau­ma­te­r­i­al, son­dern in Arbeit­skräfte. Ein Großteil der von jun­gen Men­schen aus­ge­führten Instand­set­zungsar­beit­en seien so bezahlt wor­den. Gle­ichzeit­ig verpflichtete sich aber der Lin­den­park, das so herg­erichteten Gebäude min­destens fünf Jahre nur für soziale Zwecke zu nutzen. Diese Bindung laufe nun genau am 28. April aus. Die Chance für den Lin­den­park-Vere­in aus dem Pro­jekt Schlossstraße 13 auszusteigen. Dem Spar­ta­cus e.V. und dem Inter­net­café sei es nun selb­st über­lassen, einen neuen Mietver­trag mit dem Pri­vateigen­tümer zu schließen. Allerd­ings dann zu wahrschein­lich neuen Kon­di­tio­nen, wie Dirk Hard­er ver­mutet.

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