7. November 2004 · Quelle: Berliner Zeitung

Sabersky-Erben fordern jetzt Entschädigung

(Berlin­er Zeitung, Jür­gen Schwenken­bech­er, 4.11.) TELTOW. In den wahrschein­lich größten Rechtsstre­it um jüdis­ches Alteigen­tum
in Ost­deutsch­land kommt Bewe­gung. Zehn Mit­glieder der 17-köp­fi­gen
Erbenge­mein­schaft Saber­sky, die Anfang der 90er-Jahre Anspruch auf fast 1
000 Grund­stücke in Tel­tow-See­hof erhob, haben jet­zt “zur sozialen Befriedung
der Region” ihre Klage­forderung umgestellt. Sie ver­lan­gen für zunächst 100
Grund­stücke nicht mehr die Rück­über­tra­gung, son­dern eine
Entschädi­gungszahlung durch die Bun­desre­pub­lik. “Die dafür geset­zlich
geforderte Redlichkeit des jew­eili­gen Erwer­bers oder Nutzers wird von den
Miter­ben in allen 100 Fällen anerkan­nt”, sagte Anwalt Thomas Pol­lack. Fünf
weit­ere Miter­ben wür­den sich diesem Vorstoß kurzfristig anschließen.
Entschei­dend ist allerd­ings die noch ausste­hende Reak­tion der bei­den
Haupter­ben Peter und Valerie Son­nen­thal, denen 50 Prozent des Erbes zuste­ht.
Die Son­nen­thal-Anwältin Anne Glin­ka wollte den Vorschlag am Mittwoch nicht
bew­erten.

Nach Angaben des Pots­damer Ver­wal­tungs­gerichts sind derzeit noch ins­ge­samt
663 Fälle nicht gek­lärt. Vor einem Jahr hat­te das Bun­desver­wal­tungs­gericht
entsch­ieden, dass bei jüdis­chen Grund­stück­en, die nach dem Stich­tag 15.
Sep­tem­ber 1935 verkauft wur­den, grund­sät­zlich Anspruch auf Rück­über­tra­gung
oder Entschädi­gung beste­ht. In dem Rechtsstre­it ging es ursprünglich um 1
000 Grund­stücke, die zwis­chen 1934 und 1940 verkauft wur­den. Viele der
heuti­gen Besitzer haben inzwis­chen mit den Erben einen Ver­gle­ich
geschlossen.

Vor ein­er Woche vere­in­barten die Erben bere­its eine Lösung für 106 vor dem
Stich­tag verkaufte Grund­stücke. In den meis­ten Fällen sollen die heuti­gen
Eigen­tümer die Grund­stücke nun zum hal­ben Boden­wert erwer­ben kön­nen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Die Ini­tia­tive See­brücke Pots­dam bege­ht mit der heuti­gen Kundge­bung vor der let­zten diesjähri­gen Sitzung der Stadtverord­neten­ver­samm­lung den Jahrestag des Beschlusses „SICHERER HAFEN“ mit Anlass zur Freude und zur Mah­nung
Märkisch-Oder­land — Am 2.12.2019 haben vor dem Sozialamt Märkisch-Oder­land in Vier­lin­den mehr als 50 Men­schen demon­stri­ert. Sie forderten die Gesund­heit­skarte für Geflüchtete von Anfang an und die Über­weisung ihrer Sozialleis­tun­gen auf ein Kon­to.
Aktions­bünd­nis “Ende Gelände” kri­tisiert die Polizei wegen Ver­stößen gegen Grun­drechte und sieht Ver­samm­lungs­frei­heit und Presse­frei­heit eingeschränkt

Opferperspektive

Termine für Potsdam

NSUwatch Brandenburg

Termine für Berlin

Netzwerk Selbsthilfe

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot